Angekommen
Ich bin so froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin und ich hoffe, dass es so bleibt.
Sich als Mutter nochmal an die Uni zu begeben, wenn der Tagesplan sowieso schon bis unters Dach voll ist – hm, ich frage mich seit einigen Tagen ständig, ob das eine so gut Idee war. Ich komme abends nach Hause, koche irgendwie im Stehen schlafend das Abendessen für die hungrigen Mäulchen und falle dann quasi noch mit der Zahnbürste im Mund ins Bett.
Ich frage mich, wann mein Hirn wieder auf „Normalmodus“ umschaltet und sich an den (offenbar Leib und Seele überfordernden) Input gewöhnt und sich vielleicht sogar darüber freuen kann?! Im Moment jedenfalls scheint jede Zelle vom derzeitigen Programm überfordert.
Es fühlt sich gut an. Es fühlt sich richtig an, was ich mache, was ich lerne, wohin ich gehen will – es ist ein aufreibender, schwieriger Weg, einer der Entbehrungen für mich, aber vor allem auch für meine Familie mit sich bringt – nichts desto Trotz, wenn ich, wenn wir alle das durchhalten, dann,…hm, wäre das nicht toll?!?
Glück

Ich kanns gerade nicht wirklich gut formulieren, es ist nur so ein Gefühl, das sich in mir breit macht - gestern abend habe ich mich mit einer superlieben Freundin getroffen, mit der ich zusammen Abi gemacht habe. Wir haben uns zum Studieren in verschiedene Städte verkrümelt und uns jetzt lange nicht gesehen, aber der Abend war so großartig.
Nicht zuletzt wegen der Erinnerungen, die wir gewälzt haben.
Wir haben so gelacht und ich gestehe, vor lauter „ich bin Ehefrau und Mama“ habe ich glatt vergessen, wie sehr wir es haben krachen lassen, wie völlig verrückt ich mal war, mit wieviel Leidenschaft und auch einer gewissen Sorglosigkeit ich mein Leben gelebt habe.
Diese Erinnerungen sind so wertvoll und gerade im Moment für mich absolut wichtig.
Was mich ausserdem völlig erfüllt, ist die Freude darüber, so wunderbare Freunde zu haben, solche Momente geteilt zu haben, Wege nicht alleine gegangen zu sein und gehen zu müssen. Das ist ungeheuer tröstlich und wunderschön!
Turbulenzen!!
Die Taschen für das Bauernhofwochenende mit dem neuen Kindergarten standen gepackt neben den Taschen und Koffern für unsere grosse Reise. Freitag bis Sonntag Bauernhof, Montag Flug – ois isi.
Es ist Freitagnachmittag 17.00 Uhr, im Grunde fahren wir gerade los, auf einmal kleppert und kracht es, kurz darauf ein Schrei und noch einer und noch einer. Nicht mehr endenwollend.
Ich renne und finde mein Kind unter einer Kommode liegend. „Raufklettert“ höre ich zwischen Wehgeklage und Krokodilstränen. Eine Gesichtshälfte schwillt an, ich schwanke zwischen Besorgnis und Verzweiflung (das Kind, ohje, ist da was Schlimmeres passiert???, das Wochenende, der Bauernhof, die Reise, mein Papa,….).
Ein Anruf bei der Kinderärztin und schon sind wir auf dem Weg ins Krankenhaus. Gott sei Dank bestätigt sich keine unserer Befürchtungen und so treffen wir am späten Abend doch noch auf dem Bauernhof ein.
Der Abend verläuft sehr nett, wir sind froh, um die neue Kindergartengemeinschaft und freuen uns, ein Teil davon zu sein. Am nächsten Tag das Frühstück verläuft harmonisch, die Kinder können es kaum aushalten nach draussen zu kommen, und den Bauernhof von vorne bis hinten zu erkunden.
Mittags bereiten wir gemeinsam das Essen für das grosse Grillfest zu.
Plötzlich kommt mein Grosser mit albinoroten Augen auf mich zu gelaufen, reibt sich immer weiter und jammert verzweifelt vor sich hin. Wir gehen aufs Zimmer, er atmet schwer und ich verabreiche ihm einen Hub seines Inhalats. Nur wenige Minuten später schwillt sein Gesicht an und wir geben ihm ein Kortisonzäpfchen – zeitgleich ruft die Kindergartenleiterin den Rettungswagen…
Ich finde mich innerhalb von 24 Stunden schon zum zweiten Mal in einer Notaufnahme wieder – irgendwie stimmt hier doch was nicht. Wir müssen über Nacht zur Kontrolle bleiben, um sicher zu gehen, dass die Schwellung und Atemnot nicht zurückkehrt…
Eine Reise in ein Land ohne vergleichbare medizinische Notversorgung – mit einem Kind, das aus dem Stehgreif gegen unbekannte Stoffe lebensbedrohlich allergisch reagiert.
Irgendwie alles nicht so wirklich gut getimed gewesen – und für mich Flugängstliche war auch gleich die Frage im Raum gestanden, ob die beiden „Unfälle“ vielleicht ein Zeichen waren, nicht fliegen zu sollen…
Der erste Familienurlaub seit langem und vor allem, das erste Wiedersehen mit meinem Papa seit 3 1/2 Jahren - was tun??? Vor allem deshalb, weil auch mein Vater im fernen Land Tiere in einem bauernhofähnlichen Umfeld lebt, was die Situation und Entscheidung umso schwerer gemacht hat.
Andererseits, würde das Kind nicht die Schuld auf sich lasten, wenn wir nicht flögen?
Wir sind geflogen, im Hotel und nicht in Vaters ländlichem Idyll untergekommen und nach einer wunderbaren Zeit froh, das alles gut gegangen ist.
Die Angst vor dem unvorhergesehenen Notfall ist generell aber gestiegen – die Sorge und Verzweiflung, dass (m)ein so kleines Kind schon so oft mit so existentiellen Nöten konfrontiert wurde, schnürt mir ab und an ein wenig die Luft ab…
Alles in allem war es eine turbulente Zeit, und umso besser hat es uns allen getan, dort so fernab, den ein oder anderen Gang runter zu fahren – hoffentlich können wir das noch lange beibehalten…
Mercedes Sosa
Und jetzt, da ich wieder zurück bin, der Clip zum Lieblingslied
und zum anderen Lieblingslied
und weil wir gerade dabei sind eine unfassbar schöne Allianz…
Aus dem fernen Afrika…gracias a la vida!!
Eigentlich bin ich froh, hier so gut wie garnicht mit den ueblichen Medien in Kontakt zu kommen – noch dazu breche ich mir hier auf der arabischen Tastatur schier einen ab, aber ich muss das sagen;
Noch nie habe ich es so bereut, nicht nochmal auf ein Konzert gegangen zu sein!!!
MERCEDES SOSA, eine absolute Goettin, eine Heldin, eine der grossartigsten Saengerinnen und Kaempferinnen fuer die Menschlichkeit ist gestorben!
Letzten Herbst war sie in unserer Stadt – nach langer Krankheit das erste Konzert… ich dachte mir, da werden jetzt noch viele folgen, das wird sie sich nicht nehmen lassen, und habe das Konzert nicht gesehen. Was wuerde ich dafuer geben, dieses Erlebnis nochmal zu haben.
Ich wuerde jetzt so gerne mein Lieblingslied von ihr verlinken, aber youtube etc. sind hier im Land zensiert…
Gracias a la vida !!!!
Peter, Paul and Mary
Wieder mal – aber diesmal leider aus aktuellem Anlass:
Alles Liebe, Mary!!
Mein Baby gehört zu mir!!!
Nie hätte ich die Erlaubnis bekommen, diesen Film im Kino zu sehen – ich durfte nicht mal „die Unendliche Geschichte“ oder „ET“ schauen. Über „Susi und Strolch“ bin ich bis ins Teenageralter nicht hinaus gekommen und irgendwann habe ich mich heimlich mit all meinen Klassenkameradinnen davon gestohlen, habe meinen ersten „richtigen“ Film gesehen und mich an die Stelle von Francis Hausman gewünscht… ;o)
Tragisch…
Als ich heute morgen zum Brötchen holen gefahren bin, lief das Radio und nach einem Lied kamen die Regionalnachrichten. Gestern abend wurde ein Mann von zwei Jugendlichen in der S – Bahn totgeschlagen.
Zwei Jugendliche von 17 und 18 Jahren haben andere Mitfahrende Jugendliche angepöbelt, versucht Geld zu erpressen und angedroht, sie zu verprügeln für den Fall, dass sie kein Geld rausrücken würden.
Der Mann hat sich schützend vor die bedrohten Jungs gestellt und die zwei anderen sind ausgerastet und haben ihn zu zweit so lange verprügelt und getreten, bis er tot war. Der Rettungswagen kam zu spät.
Als ich das gehört habe, hatte ich Tränen in den Augen. Dieser grossartige Mann. Hat zwei Kids das Leben gerettet - denn wer weiss, was sie mit denen gemacht hätten – und wurde selbst zum Opfer.
Mein nächster Gedanke war, wie sind diese zwei Jungs so wütend geworden? Was ist in deren Leben passiert, dass sie so gewaltbereit, so völlig ohne Barriere losschlagen, zu zweit auf einen, den Tod eines Menschen in Kauf nehmend?
Haben sie die Tragweite ihres Handelns verstanden und billigend in Kauf genommen?
War es wirklich der Mann, auf den sie eingeschlagen haben, oder stand der nur stellvertretend für einen trinkenden Vater, eine lieblose Mutter, misshandelnden Stiefvater, gestorbene Mutter, prügelnde Großeltern…?? Haben sie irgendwelche, Hemmungen herabsetzende, Ballerspiele gespielt?
Hatten sie am Ende ein behütendes, liebevolles Elternhaus und in jeder Hinsicht alles, was sie brauchten? Kann aus jedem unserer liebevoll betreuten, geherzten, umsorgten, respektierten und innigst geliebten Kinder ein Totschläger werden?
Hinterlässt der Mann Frau und Familie, die ihn betrauern?
Wird diese Situation dazu beitragen, dass es immer weniger Menschen gibt, die in kritische Situationen eingreifen und Zivilcourage beweisen?
Ich wünschte ich könnte derlei Schicksal für mich ausblenden, aber ich finde es tragisch, frage mich, wie es immer wieder zu solchen Situationen kommen kann und wünschte, man könnte etwas dagegen tun.
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