Jetzt ist es soweit

Selten habe ich einen Moment so sehr gefürchtet und doch so sehr herbei gesehnt.
Morgen ist das Konzert von Cat Stevens, auf das ich nun seit etwas mehr als 2 Monaten warte.

Cat Stevens.

Mein ganzes Leben wurde von Cat Stevens begleitet, mein Vater, der seine Lieder auf der Gitarre nachzuspielen versuchte, die Platten, Kassetten und später CDs die unaufhörlich mittels unserer Stereoanlage das ganze Haus beschallten, später ich selbst mit (weniger erfolgreichen) Versuchen, die Musik nachzuspielen und jetzt zuletzt auf der Beerdigung meines Papas, bzw. am Tag danach, an dem wir einen Ghettoblaster mitgenommen hatten und seine Lieblingsmusik gespielt haben.
Cat Stevens ist so sehr mit meinem Papa verbunden, dass ich unermessliche Angst davor habe, was das morgen mit mir anstellen wird – nichts desto Trotz, ich liebe seine Musik und ich glaube, dass es ein ganz besonderes Erlebnis werden wird.

Das Schlimmste wird vermutlich sein, aushalten zu müssen, dass ich ihn danach nicht anrufen und ihm erzählen kann, wie es war – er würde sich soo sehr freuen und soo sehr wünschen, er hätte selbst gehen können…

Schoggi für Japan

Heute bin ich beschenkt worden und das freut mich ausserordentlich – weil es nicht nur jemanden gibt, der an mich gedacht hat, sondern weil die Aktion darüber hinaus vor allem einer guten Sache zukommt:

Ich habe es noch immer nicht ganz umrissen, aber so wie ich es verstanden habe, spendet die Firma myswisschocolate jedem Blog, der an der Aktion teilnimmt eine Tafel Schokolade, oder zumindest den ersten Zehn die teilgenommen haben… mit der Bitte, 10 weitere Blogs virtuell zu beschenken. Für jeden Blog der beschenkt wird, gehen ausserdem 2 Euro an die Aktion “Glückskette” die Geld für die Tsunamiopfer in Japan, aber auch für Nordafrika sammelt.

Ich finde das gut, deshalb mache ich mit und möchte gerne Schoggi an

MOMA
Madame Klutze
Journaliya
die Stadtfrau
Frau Ansku
Frau Palmenstrand
Lies von Lott
Frau Zimtapfel
Knallrotes Tagebuch
Frau Sorgenlos

verteilen :o)

Viele liebe Grüsse

Danke…

..dass Du mir eine Zuflucht warst, als ich es am Nötigsten brauchte, dass Du an mich geglaubt hast und mich darin bestärkt hast, auch an mich zu glauben.

..dass Du mich aus Deinem Leben nicht ausgeschlossen hast, mit mir geredet hast und mir mit Rat und Tat zur Seite standest.

..dafür, dass Du diesen wunderbar schrägen Humor hattest und mich mit Deinen Blödeleien bis heute immer wieder zum Lachen gebracht hast.

..dass Du mir gezeigt hast, wie wichtig es ist, den Mund aufzumachen und nicht des lieben Friedens willen zu akzeptieren, dass man den Kürzeren zieht.

..dass Du für mich da warst und ich so viele wunderbare Erinnerungen an Dich haben darf

Noch 7 Tage…

… dann ist das Jahr voll.

Heute morgen habe ich mir eine Konzertkarte für Cat Stevens gekauft – ich weiss, Du wärst auch hingegangen, jetzt gehe ich für Dich!

Bald ein Jahr

Das erste Jahr ist bald um, in 7 Wochen um genau zu sein. Unfassbar, wie es vergangen ist, es ist gerade zu an uns vorbei gerauscht. Dieser Alptraum, ich werde nie vergessen, wie mein Mann mich morgens um 4 davon abhält nach der Toilette wieder ins Bett zu kommen – er müsse mit mir reden, etwas schreckliches sei geschehen. In diesem Moment, ohne auch nur den Bruchteil einer Ahnung zu haben, was nun kommen würde, hat sich eine eiskalte Hand um mein Herz gelegt. Fieberhaft habe ich überlegt, was passiert sein könnte.
Wie hätte ich darauf vorbereitet sein können, was er dann versucht hat, mir beizubringen.

In Worte kann ich nicht fassen, wie sehr mein Vater mir fehlt, sein Rat, sein Trost, die Sicherheit seines Vertrauens in mich – wo ich mein Vertrauen in mich mit dem letzten Jahr gänzlich verloren habe.

Ich würde gerne auch für ihn stark sein, aber ich kanns noch nicht, ich bin noch immer zu traurig.

Der Tod Bernd Eichingers vor wenigen Tagen hat so viele Menschen auf den Plan gerufen, die sagen “oh mein Gott, er war doch noch viel zu jung, er hätte doch noch so viel Zeit gehabt” – mein Vater war gerade mal 2 Jahre älter, und da haben die Leute gesagt “so ist das Leben”.

Papilein

..und wenn dann Dein Geburtstag ist, rufe ich Dich immer an und drehe den Spiess um, und singe geblödelte Geburtstagslieder und freue mich über “unser Ding”…
Ich singe für Dich, heute und in jedem kommenden Jahr!!

Wer zieht die Strippen?!

Ist da jemand, der die Fäden zieht?
Macht der uns krank oder gesund, sorgt der dafür, dass wir schwul sind oder nicht, dunkel oder hell, gross oder klein, geliebt oder verstossen, beliebt oder belächelt, schön oder hässlich, stark oder schwach, in Armut oder Reichtum geboren, dass wir leiden oder lachen, leben oder sterben?
Muss das so sein, damit wir die Menschen sein können, die wir sein sollen, damit wir den Platz erfüllen, der für uns gedacht ist?
Ist unser Buch geschrieben oder passieren diese völlig wahnsinnigen Dinge ohne Zusammenhang, selbst wenn es so aussieht?
Wenn der Tag zum Sterben gekommen ist, macht es dann einen Unterschied, ob ich ins Flugzeug steige, oder auf meiner Couch sitze? Wird es passieren?
Musste ich die Menschen treffen, die mir nicht gut getan haben, hat das so sein sollen? Und die, die mir so gut tun? Wurden mir die Begegnungen mit ihnen geschenkt, um mich davor zu bewahren, mich in der Trauer um die “schlechten” zu verlieren?

Was kann die Antwort sein auf: warum musstest Du gehen? Warum musste Dich mir, uns allen jemand wegnehmen? Warum durftest Du nicht noch leben, jetzt, wo Du begonnen hattest, das Leben zu geniessen? Da war noch so viel Zeit.
Manchmal zerreisst es mich und dann sind das die Momente, in denen ich Dich angerufen habe, mich in Deinen Arm, in Deine Kraft, Deinen Mut, Deine Zuversicht, Deine Klugheit und Vernunft, Deine Wut, Deine Empörung, Deine Freude, Deine Trauer gestürzt habe und dann alles besser tragen konnte.
Musstest Du gehen, damit ich erwachsen werde?

So wurde mir gesagt. Das ist mehr, als ich tragen kann!

Geschützt: Zeit heilt alle Wunden??

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1.Monat

Es bestimmt mein ganzes Denken, rund um die Uhr bin ich mir der Leere gewahr und habe manchmal das Gefühl, das Loch tief in meinem, ich kann noch nicht mal sagen, in meinem Bauch, denn es geht flächendeckend durch mich durch, frisst mich auf, lässt mich den Verstand verlieren, erstickt mich.
In manchem Momenten lähmt mich der Schmerz so sehr, dass ich sicher bin, mich nie wieder von der Stelle rühren zu können, meinen Körper nie wieder mit der Kraft meiner Muskeln, sondern nur aufgrund der Vernunft, die mir wie ferngesteuert sagt:”Du musst, für die anderen, sie brauchen Dich!” fortbewegen zu können.

Gestern wurde ich gefragt:”sag mal, trauerst Du i m m e r n o c h?”
Ohnehin stelle ich fest, dass offenbar alle Menschen, die ich kenne, grosse Schwierigkeiten haben, auf mich zu zu gehen, seit 1 Monat, seit einem ersten “Es tut mir leid” habe ich von den meisten Freunden nichts mehr gehört – und diese Frage hat mir zum ersten Mal in den letzten Wochen ein Gefühl dafür vermittelt, dass es wohl gut ist so, dass ich da alleine durchgehen muss, dass ich nicht das Recht habe, mit meinem Schmerz zu behelligen.
Vielleicht zeigt das auch, dass man in einer so schnelllebigen Zeit wie heute, mit allem schnell abgeschlossen haben sollte, ganz egal, was es ist…

Heute habe ich mir eine kleine Dattelpalme und allerlei Pflanzen gekauft, die auch in seinem Garten in Nordafrika wachsen, Mimosen werde ich noch suchen – es ist, als ob ein Stück seines Lebens somit bei mir ist, als ob ich ihn heraufbeschwören könnte.
Da sind noch so viele Fragen, so grosse Sehnsucht und un end liche Trauer um niemals mehr erlebbare Momente.

Und dann…

…lähmt mich die Angst:
Wer wird mir als nächstes entrissen?
Wer muss als nächstes gehen?
Wen werde ich als nächstes ziehen lassen müssen?

Ich traue mich kaum zu atmen, als ob das die nächste Katastrophe auslösen könnte. Mehr kann ich gerade nicht ertragen aber ich spüre, wie ich parallel zu dieser Erkenntnis eine völlig irrationale Panik entwickle, dass dies nun der Startschuss war, dass ich alleine bleibe, dass alle, die ich liebe und die mich lieben von mir gehen – oder schlimmer, dass auch mich ein solcher Sekundentod ereilt und ich alle die ich liebe und die mich lieben zurücklassen werde.
Von einem Extrem ins andere;

Man lebt so vor sich hin, Schlimmes passiert den anderen, Krankeiten, Tod = ausgeblendet.

Und jetzt mitten drin.

In Nordafrika hat es mich in den Wahnsinn getrieben, dass alle Menschen, die zum Kondolieren kamen, gesagt haben “ooh, das tut uns so leid!! ohh, er war so ein guter Mensch!!! oooh, wir sind so traurig!!! …..

… ABER SO IST DAS LEBEN!!!”

Beim ersten, der das gesagt hat, dachte ich noch, das sei eine Eigenart von dieser Person und habe Aussden Folgesatz ignoriert. Beim zweiten fand ich es dann doch deutlich befremdlich, und als es dann immer so wieder ging, und es bis auf einen einzigen jungen Mann ALLE gesagt hatten, wollte ich am liebsten nichts mehr hören.
ABER SO IST DAS LEBEN!

Natürlich ist so das Leben, natürlich weiss das jeder, natürlich leben wir, um irgendwann zu sterben, aber muss einem das gesagt werden, unmittelbar nachdem man erfahren hat, dass das auch für das allernächste Umfeld gilt?

Alle sagen:”das braucht Zeit” und “die Zeit heilt…” aber für mich ist genau D A S das Problem. Die Zeit.
So viele Jahre soll ich nun ohne seinen Rat, ohne seine Spässe, ohne seine Liebe, sein ehrliches Interesse, seine mentale Unterstützung in jeder erdenklichen Lebenslage auskommen?
Heute vielleicht, gestern ja, morgen auch – aber dann, jeden weiteren Tag auch?
J E D E N W E I T E R E N T A G ??!!!???
Wie soll das gehen?

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