Archive for Oktober, 2007

Herbst

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Ich kenne viele Leute, die sich im Herbst völlig dem Farbenmeer eines Blätterwaldes hingeben können. Leute, die mit jedem fallenden Blatt die Vorfreude auf den Advent und die Weihnachtstage schüren. Im Geiste sehen sie vermutlich schon die Kerzen, eine warme Stube, selbstgebackene Plätzchen, haben eine Ahnung vom Tannengrüngeruch der kommenden Tage und überlegen sich, wem sie welches Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen werden.

In mir macht sich mit jedem sich rötenden Blatt, mit jedem kahl und nackter werdenden Baum die Melancholie breit.

Der Sommer geht, die Wärme geht, die Tage in grenzenloser Freiheit, am See oder im Garten verbracht.

Das Essen auf dem Grill zubereitet. Es gibt Erdbeerkuchen und Wassermelone, draussen schmeckt alles nochmal so gut. 

Selbstvergessen schauen wir spielenden Schmetterlingen hinterher, wir sehnen uns nach deren Leichtigkeit des Seins. Der Geruch von frisch gemähtem Gras, Rauchschwaden allerorten, verständnisinniges Lächeln zum Nachbarn, Tor und Tür steht offen, Kinderlachen, Chansons, Salsamusik bis in die späte Nacht.

Alles wird klamm, der Himmel ist sternenklar, die Fackeln leuchten, die Kinder liegen in Decken gehüllt und schnarchen vor sich hin, während wir “grossen” noch bei einer letzten Flasche Rotwein plaudern.

Die Fenster auch nachts geöffnet, eine sanfte Brise zieht durch die Wohnung, wir wachen von Vogelgezwitscher auf, der Himmel von tiefem Blau, man möchte den Tag umarmen, laut schreien vor Freude und aufspringen, das Leben begrüssen.

Leben spielt sich im Sommer ab, der Herbst nimmt das Leben mit sich und verschliesst es in Räumen, die mit staubtrockener Heizungsluft gefüllt sind. 

Feuchte Kälte springt uns an, kriecht in die Glieder, es fröstelt. Kalte Füsse und Hände werden für die kommenden Wochen unsere steten Begleiter sein.

Der Winter wird eingeläutet mit der Umstellung der Zeit. Wie jedes Halbjahr empfindet man eine kurze Unsicherheit, ob die Zeiger nun ”nach vorne oder nach hinten” zu stellen sind - und dann ist es in nur einer Nacht besiegelt. Die Dunkelheit hat jetzt das Sagen.

Wir versuchen uns über die draussen währende Tristesse durch das Anzünden von Kerzen hinweg zu täuschen, aber sie erreichen mich nicht so sehr, wie das natürliche Licht der Sonne, die nicht nur Licht gibt, sondern bis ins Innerste zu wärmen vermag.

Wenn der Herbst endlich vorüber ist, ist das Einzige, was mich über den Verlust des Sommerlebensgefühls hinweg tröstet, ein flirrend kalter, trockener Wintertag, mit eisblauem, strahlenden Himmel und Sonnenschein.

Ich halte einen kleinen Moment inne, strecke mein Gesicht der Sonne entgegen und fühle wie meine von der Kälte taub gewordene Nasenspitze die Wärme der Sonne begrüsst und nehme langsam, ganz langsam jeden einzelnen Strahl auf.

Für wenige Minuten breitet sich ein Entzücken aus, was für ein schöner Tag, hallo Sonne, hallo Leben - danke!

Die Speicher sind wieder gefüllt - und ehe man es sich gewahr wird, findet der erste Krokus seinen Weg durch die letzten Reste der Schneedecke und an den Tankstellen wird Grillkohle zum Verkauf angeboten…

Mama, nie kaufst Du mir was

Ich bin nie wieder Dein Freund, Mama!

Wenn Du mir aber endlich wieder was kaufst, ein Fahrrad, einen Kran….

Kauf mir bitte immer was!

Du kaufst mir niiie nieee eine Uhr, eine Kinderuhr, garnichts, garniiee nichts, nix nix nix nix nix, nie was. Da werde ich sehr weinen!

Mama, kannst Du mir bitte auch mal was kaufen? Wenn man sich so lieb hat, dann muss man sich was kaufen.

Mama, wenn ich nicht mehr Dein Freund bin, dann kann ich Dich hauen - ich hau Dich jetzt. Nie kaufst Du mir was, Du bist so gemein zu mir….

Dies alles wird vorgetragen, während mein Sohn das Buch “Conny macht Musik” anschaut…

Mammaaaaaaa - kaufst Du mir Schooo koooo laaaa däääää ? Ich will Schoooo kooo laaa däääää

Nee is klar…

Ich muss hier im falschen Film sein.

Der Fernseher geht nicht mehr. Er bleibt schwarz, zeigt an: “kein Empfang”

Ich also auf den Balkon, dort steht die Schüssel, bisschen nach links rücken, wieder rein, “kein Empfang”. Wieder zurück auf den Balkon, bisschen nach rechts rücken, wieder rein, “kein Empfang” - mich treibt der Ehrgeiz - wieder raus auf den Balkon, bisschen mehr nach rechts als vorher, haha, jetzt hab ichs sicher - “kein Empfang”

Bislang war der Fernseher nicht wirklich wichtig, jetzt gerät er zur fixen Idee. Ich gehe also wieder raus, Kommando zurück, es muss doch links sein, puuh, es ist ganzschön kalt so im T-Shirt auf dem Balkon, aber das war sicher das letzte Mal, jetzt hats geklappt, also wieder rein - “kein Empfang”.

Durchatmen, geht nicht, gibts nicht. Ich bitte unseren Vermieter nach oben, der hat ja sicher auch kein Fernsehen, immerhin hängt er an unserer Schüssel mit dran.

Er schaut sich die Schüssel an. “Hm, steht so wie vorher, kann also daran nicht liegen” (?!?) Vielleicht ist es eine atmosphärische Störung, wir warten mal ab.

Ok, mit einer atmosphärischen Störung könnte ich leben, denn ich gehe davon aus, dass sie vorübergehend ist.

Der Vermieter ist wieder unten, ich gehe noch ein letztes Mal auf den Balkon (boah, was werden die mir alle dankbar sein, wenn ich das Ding wieder zum Laufen bringe - ich bin ein super Satellitenanlagenwiederhersteller, Ihr werdets schon sehn)

“kein Empfang”

Bis der Fernsehmann am nächsten nachmittag endlich kommt, um sich das Ganze anzusehen, bin ich schätzungsweise noch 53 mal raus und rein gerannt und habe die Schüssel wahlweise nach links oder rechts verschoben.

Die Diagnose des Fachmannes? Das Baugerüst stört den Empfang!!

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Bis das Gerüst wieder abgebaut wird, haben wir nun eine terrestrische Antenne und eine DVBT - Box (oder so ähnlich) - wir haben 23 Programme, einige DVDs in der Warteschleife, wir werden die Zeit also rumbringen, denn das Gerüst steht nur noch etwa 2 Wochen.

Ich schaue zum ersten Mal fern mit dem neuen Gerät - irgendwas stimmt immernoch nicht. Das Bild ist alle 5 Sekunden völlig verwackelt, teilweise steht es still oder der Bildschirm wird völlig schwarz. Die Antenne, es muss die Antenne sein - es KANN nur die Antenne sein.

Ich renne also mit der Zimmerantenne hin und her, halte sie in die Luft, bücke mich nach unten, drehe mich ein Stückchen nach links, drehe mich noch ein Stückchen mehr nach linkss, drehe mich nach rechts. Drehe mich noch ein Stückchen mehr nach rechts. Die Bildqualität wird je nachdem, in welcher Ecke des Zimmers ich stehe mal besser mal schlechter - was konstant bleibt, ist der Bildausfall alle 5 Sekunden.

Ich flippe gleich aus.

Es ist der Kran!!! Jedes Mal, wenn der Baukran über unser Haus hinwegschwenkt - was er offenbar alle 5 Sekunden tut - wird das Bild gestört, erheblich gestört! Der Kran bleibt noch bis März.

Ich lebe in einem Irrenhaus!!!!!

Des Wahnsinns fette Beute…

Wir machen ja viel mit - keine Frage!

Ich sitze eine halbe Stunde in der Wohnung, weil hinterm Haus auf der Baustelle der Beton gegossen wird, und der LKW, das Pixi - Dixi - Klo und ich nicht nebeneinander in die, bzw. durch die Einfahrt passen.

Das Gerüst ums Haus und die Männer die seit 2 Wochen von 07.00 - 18.00 Uhr an unseren Fenstern vorbei ziehen.

Die Äxte und Hammer, die auf die Dachbalken niedergehen, um das Dach abzureissen.

Den Presslufthammer, der die Decke im Treppenhaus durchstösst und auch die Tatsache, dass hierbei das Treppenhaus geflutet wird, um den Staub zu binden. Selbst, dass man währenddessen und danach für insgesamt etwa 2 Stunden nicht aus dem Haus und nicht in selbiges zurück kann, weil wie gesagt das Treppenhaus voller Morast und Schlamm ist - wir überhören den Lärm - was allerdings auch daran liegen kann, dass wir mittlerweile taub sind (wir müssen das zu gegebenem Zeitpunkt feststellen lassen)

Wir haben dem ganzen sogar einen romantischen Beigeschmack verpasst, indem wir des nächtens im Treppenhaus standen, und die Sterne betrachtet haben - man kann uns also wirklich nicht nachsagen, wir würden nicht das Beste aus der Situation machen.

Wir ertragen die Tatsache, dass im Zuge der Bauarbeiten für 3 Tage das Telefonkabel beschädigt war und wir somit nicht mehr telefonieren konnten, wir haben seit 2 Tagen kein Fernsehen mehr, wunder weiss, woran das liegen mag - reden wir nicht alle davon, dass wir viel zu sehr von den Medien beeinflusst werden? Na also, kein Telefon, kein Fernsehen, kein Internet - das ist doch wie Ferien.

Heute habe ich mich also wieder regelrecht kaputtgelacht. Unsere Einfahrt ziert nun ein, na sagen wir 3m hoher Kiesberg, neben dem Kiesberg das Klo, schräg daneben ein kleiner Bagger - aber nehmen wir die Pointe nicht vorneweg… Im Treppenhaus, führt nun sehr bald eine neue Treppe nach oben, in die neu entstehende Dachwohnung. Dafür wurden am gestrigen Abend Holzplatten ins Treppenhaus eingezogen, die wiederum von Stahlträgern abgestützt wurden - die ganze Treppe vom ersten Stock bis ins Erdgeschoss immer rechts und links auf der Treppenstufe je ein Stahlträger (kapiert?) Heute sollte also das Holzgerüst mit Beton ausgegossen werden, das Holz als Form für die neue Treppe. Hierfür muss das Holzgerüst zusätzlich durch weitere Stahlträger gestützt werden, die wiederum in die Mitte ein jeder Treppenstufe angebracht werden. Unter den Stahlträgern Unmengen von Plastikfolie, damit der Beton der runtertropft später wieder weggemacht werden kann. Alles klar soweit?

Zwischen den Stahlträgern etwa 30cm Platz. 

Mit Hilfe von 3 Bauarbeitern haben wir es zu dritt (mein fast 4 jähriger, Baby in Babyschale = rund 20kg, 42 cm breit und ich (mit Rucksack, Decke und weiterer Tasche) geschafft, dem Treppenhaus zu trotzen. Haha, ich dachte, das sei schon alles.

Aus der Haustür kann man nämlich nicht mehr gehen - denn da ist ja - genau - der Bagger, das Klo (Pixi - Dixi) und der Kiesberg. Die Herren tragen also zu zweit die Babyschale, einer hat meinen grossen Sohn an der Hand. Wir müssen ums Haus herum laufen, über einen Kransockel steigen, durch eine Baugrube klettern, unter einem Gerüst durchkriechen, über geschätzte 232 Bierflaschen balancieren, um dann kurz im Morast den Gummistiefel meines grossen Sohnes zu verlieren, der anfängt zu jammern, es fängt an zu regnen - kurze Zeit später haben wir den Gehweg erreicht und können nun in den Kindergarten fahren… es ist ein schöner Tag!

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 Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich wenig später auf dem selben Weg ins Haus zurück kehre - wieder ist ein sehr freundlicher Herr hilfreich und trägt ächzend mein Baby über und unter verschiedenen Hindernissen hinweg ins Haus - wo uns in der Zwischenzeit eine Tropfsteinhöhle erwartet. Der soeben frisch gegossene Beton bahnt sich seinen Weg durch Ritzen und Fugen - oben vor unserer Wohnungstür angekommen wird mir mitgeteilt, dass ich jetzt bitte mal für eine Stunde nicht ausser Haus gehen soll, weil sie noch nicht ganz fertig sind, mit dem Beton…  es ist ein schöner Tag - und hey! es ist wirklich idyllisch hier bei uns!

Baustelle

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Vom Pixi - Klo habe ich ja bereits berichtet - nun, ich kann nur jedem dringend davon abraten, sich eine Baustelle ans, hinters, vors oder übers Haus zu holen! Als ich heute von täglichen Kindergartenbringfahrt zurückkehrte, durfte ich feststellen, dass im Umkreis von etwa 850m nicht ein einziger Parkplatz mehr frei ist. Baustellenfahrzeuge zieren unsere Strasse - es ist geradezu idyllisch schön.

Ich habe einen Bandscheibenvorfall, der es mir bereits ohne etwas zu tragen , nicht ermöglicht, mich schmerzfrei zu bewegen - mit 20kg Kind nebst Autositz in der einen, 2 Einkaufstüten in der anderen Hand, ist es umso unerfreulicher.

Ich habe also die 850m vom nächstgelegenen Parkplatz zum Haus zurückgelegt, als ich just mit der aufspringenden Pixi - Klotür kollidiere. Vor Schreck mache ich einen Satz nach hinten, rutsche beinahe aus, werde von einem Mann des allgegenwärtigen Bauarbeiterteams aufgefangen und versuche, ein freundliches Gesicht zu machen.

Der sich im Pixi - Klo befindliche Mann hüpft schnell heraus und nimmt mir freundlicher Weise meine Babyschale ab, um sie durch den Hausflur in den ersten Stock zu tragen (Pixi - Klos haben kein Waschbecken, ich desinfiziere den Autositz unmittelbar nach Betreten der Wohnung…). Im Haus selbst wird gerade an der Decke über dem alten Treppenhaus gearbeitet, um dann dort ein neues anzubringen. Hierbei kommt neben dem kleinen Bruder eines Presslufthammers eine Kreissäge zum Einsatz, die die Geräuschkulisse der vergangenen zwei Wochen um ein Weiteres ergänzt.

Das Dach wird neu gemacht, die Dachbalken müssen ordentlich be - hämmert werden (und ähnlich fühle ich mich im übrigen auch) ausserdem bekommt das Haus eine neue Wärmedämmung - unsere Wohnung ist mittlerweile mittels heruntergelassenen Fensterläden abgedunkelt, da den ganzen Tag etwa 8 - 10 Männer an jedem nur erdenklichen Fenster vorbeischauen, und ich unangenehmer Weise einmal gerade auf dem Klo sass, als einer der Herren am Fenster erschien… 

Unsere Satellitenschüssel steht auf dem Balkon und der ist gerade Umschlagplatz für Maler, Dachdecker, Zimmerer, Gipser, weiss der Himmel … - was zur Folge hat, dass wir die Schüssel täglich mehrfach neu justieren müssen (sollten wir Fernseh schauen wollen, aber wer will das schon?)

 Ich muss mal gerade fragen gehen, wie lange das Treppenhaus unzugänglich bleibt -  ich muss doch gleich wieder wegfahren….

Wie gesagt; idyllisch!!!

HAPPY BIRTHDAY

Michaela hat heute Geburtstag - das ist meine Schwester - alles alles Liebe! feiern.gifDrück Dich, hab Dich lieb!!

Morgenstund…

“Guten Morgen Mama! Oooooh, hast Du schöne Brüstchen!”          ichbinimmerich.gif

Autofahren

“Mama, warum sitze ich jetzt wieder hinten?”

“Schatz, Du durftest vorne sitzen, als wir neulich Deine Freundin mitgenommen haben, aber sonst ist es besser, wenn Du hinten sitzt - weisst Du, Kinder sollen immer besser hinten sitzen”

überlegt

“Mama - gell, Du darfst vorne sitzen ?!” 

“Ja, mein Schatz”

“Du bist ja auch schon ein grosses Mädchen!”

Wo laufen sie denn?

Schau mal Schatz, da drüben:    die Katze bellen, weil da die Hunde läuft!

 (nee, is klar)

Aquarium

Mein Sohn war heute im “Sea - Life” 

“Im Wasser war ein Mann, der hatte ganz komische Füsse!”

    taucher.jpg

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