Mich hats ergriffen…

Heute war ich bei der Taufe des Sohnes meiner Freundin.

Zum Abschluss wurde von Dietrich Bonnhöfer “Von guten Mächten” gesungen. Das Lied hat mich irgendwie ergriffen und noch viel mehr, als ich zu Hause dann nachgelesen habe, wann und wo er dieses Lied geschrieben hat. Er war etwas über 30, da landete er, evangelischer Theologe und bekennender Anti - Nazi im KZ. Von dort hat der den Text dieses Liedes geschrieben und seiner Mutter geschickt.

Vor dem Hintergrund seiner baldigen Hinrichtung diese Worte zu finden, so zu denken, wie das Lied es ausdrückt, so vertrauen zu können und in seinem Glauben diese Zuversicht zu finden,  hat mich tief bewegt.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar.
So will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.Refrain:
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsere Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach, Herr, gib unseren aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das du uns bereitet hast.
Refrain:

  Und reichst du uns den schweren Kelch,
den bittren des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
Refrain:Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll’n wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Refrain:

Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
die du in unsere Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Refrain:

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt,
die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
Refrain:

2 Kommentare bis jetzt

  1. Marie on Mai 6, 2008

    Die Frage des Tages: sind die heutigen “Glaubenshelden” zu was ähnliches fähig? Oder ist unser Glaube so verwässert, dass wir kaum noch Profil haben?

  2. bienenkönigin on Mai 28, 2008

    ich bin gerade auf deinen blog gestoßen, schön hier.
    der Name schreibt sich übrigens richtig “Dietrich Bonhoeffer”. Er hat den Text auch nicht im KZ verfasst, sondern im Zuchthaus in Berlin. Dort war er bis zu seiner Einlieferung ins KZ Flossenburg, wo er dann kurz vor Ende des Krieges, auf persönlichen Befehl Hitlers, am 9.4.45 (im Alter von 39) hingerichtet worden ist.
    Mich berührt dieser Text auch jedes Mal.
    Grüße von blog zu blog…

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