Archiv für Juli 2008|Monatliche Archivseite

Iiiiiiiiihhhhhhhh

Wie hysterisch kann man eigentlich werden, wenn man sich soeben eine Babyzecke vom Fuß geangelt hat und es jetzt überall am Körper kratzt und juckt??

Wie schön!

Das Thema „Mittelalter“ wurde im Kindergarten hinlänglich besprochen – aber ein paar Fragen sind noch offen…

„Mama, gibt es noch Ritter?“

„Nein mein Schatz, Ritter gibt es nicht mehr“

„Mama, sind Ritter toll?“

„Hm, bestimmt waren die irgendwie toll, ja!“

„Mama, kann ich wenn ich gross bin, ein Ritter werden?“

„Hm, wenn Du das möchtest?!“

„Mama und wie heissen die Frauen von den Rittern?“

„Hm, Burgfräulein, oder Prinzessinnen vielleicht?!“

„Mama, wenn ich Ritter bin, dann musst DU meine Prinzessin sein!“

 

Oh mein Gott, ich schmelze!!!

So groß…

Heute, ein Besuch auf dem Spielplatz.

Das grosse Kind zieht los, das Kleine braucht einen Moment, erstmal die Lage sondieren. Mit bisschen über einem Jahr ist Mini offensichtlich das Kleinste unter den Kleinen hier. Ein Turm, eine Leiter – eine hohe Leiter. Ich gehe hinterher, nur für den Fall, aber das Kind kraxelt ganz konzentriert, ganz alleine.

8 Mütter, 2 Omas, 10 Augenpaare beobachten offenen Mundes, wie ich mein Kind Sprosse für Sprosse höchst selbst klettern lasse. Eine Mutter stösst die andere an, schüttelt den Kopf, die gibt den Blick weiter, und so spielen sie eine um die andere „Stille Post“ - gründen eine Gemeinschaft und können den Moment des „wir hams doch alle gesagt“ kaum erwarten, den nämlich, in dem das Kind ohne Mutters Umklammerung herunterfällt.

Atemlose Stille, die Zeit scheint still zu stehen, s’ ist, als ob sie mir mit ihren Blicken sagen wollen: „nun halt`s doch, nun hilf`doch, paß`doch auf!!“

Ich passe auf, ohne zu halten.

Ein Jauchzer, ein Satz, kopfüber, ein 8 – 10 facher Aufschrei, ich stehe schon unten, und fange mein Kind, dass sich oben angekommen ansatzlos, kopfüber die Rutsche hinunterwirft und mit einem giggelnden Gelächter in meinen Armen ankommt.

Wir freuen uns wie die Schneekönige, und die umstehenden Damen tun so, als ob nichts gewesen wäre…

Schockzustand

Das grosse Kind hat heute vom kleinen Bruder seiner Freundin eine Harke oder einen Rechen auf den Kopf gehauen bekommen. Sicherlich nicht böse und berechnend, aber naja, es ist halt passiert.
Das Kind kam schreiend zu uns gerannt, aus dem Kopf spritzte Blut, er schrie und schrie und schrie und zitterte am ganzen Leib.
Kompresse draufgedrückt, ins Krankenhaus gefahren. Zwei minikleine, aber durchaus tiefe Löchlein. Saubergemacht, nach Stillen der Blutung Sprühverband drauf – drauf achten, obs ihm schwindlig wird, er Kopfweh bekommt o.ä.

Er spielt mit Papa und Geschwisterlein, hat gerade ein Eis verdrückt, sich ordentlich eingesaut. Gut gegangen, die Welt ist schön.

Alles gut erledigt, ruhig, besonnen und prompt reagiert, auf nettes, umsichtiges Krankenhauspersonal gestossen, kein Grund zur Besorgnis mehr – aber trotzdem, ich gehe gerade wie in Watte gepackt und fühle mich, als ob ich momentan ganz weit weg von dieser Welt bin.

Stöckchen…

Mit Freude habe ich ein Stöckchen bei Madameklutze gesehen.

(ach und JA, ich bin davon überzeugt, dass 5 – jährige, ihr Zimmer nicht alleine aufräumen können…) (danke übrigens ;o))

4 Jobs, die Du in Deinem Leben hattest: (ich verstehe „Job“ als Gelegenheitsarbeit, nicht als feste Stelle)

Immer wieder Bedienung bzw. Barkeeper
Animateur in Ferienclub
Dame der Telefonauskunft „da werden Sie geholfen“
Datentypistin für Schriftstellerin

4 Filme, die Du immer wieder anschauen kannst:

Kohliesls Töchter
Léon
Star Trek 3 auf der Suche nach Mr. Spok
Sissy

4 Orte, an denen Du gern gewohnt hast: (> = 4Wochen)

Heidelberg
Birmingham, Alabama
Djerba
Karlsruhe

4 TV-Serien, die Du gerne anschaust:

The Closer
Greys Anatomy
Unsere kleine Farm
ALIAS

4 Plätze, an denen Du im Urlaub warst:

Donville les Bains
San Benedetto del Dronto
Miami
Bern

4 Webseiten, die Du täglich besuchst:

Kiras goodytales
Rabeneltern
Xing
Google

4 Deiner Lieblingsessen:

Pasta
CousCous
vegetarisches Birijani oder mit Shrimps
Pan Bagnat

4 Plätze, an denen Du gerne im Augenblick sein möchtest:

Antibes
Kaiseraugst
Granville
Djerba

4 Blogger, an die Du das Stöckchen weitergibst:

Ich gebe es weiter an Eine Familie wie andere auch und an die Bienenkönigin sowie an MadameLila das sind nur 3, aber vielleicht findet sich ja noch ein/e Freiwillige/r

Ich muss, es geht nicht anders…

Bei Frau Ami entdeckt, und nicht mehr aus dem Kopf bekommen.
Ich kann garnicht beschreiben, was es mit mir macht, ich finde es einfach nur unfassbar göttlich!

Ehrliche Haut

Da sich in meinem Hirn im Laufe der Zeit bezüglich der Baustelle um unser Haus herum ein Gewöhnungszustand eingestellt hat, habe ich sie mitunter schon fast vergessen.
So auch, als ich im Eva – Gewand auf die Terrasse trete, im festen Willen, mir meine Wäsche von der Leine zu holen.
Ein eleganter Schlenker, ein Hüpfer in die Spielzeugkiste meines Jüngsten verhindert, dass der über unsere Terrasse flanierende Herr mit Zementsack seine Freude an mir hat.
Ich fluche vor mich hin, „das nervt!!“ „ich habs jetzt aber wirklich mal satt“ und versuche dabei, mich würdevoll aus der Motorikschleife zu befreien.
„WAS, MAMA?? WAS NERVT DICH???“
„Ach, dass die Bauarbeiter hier immer noch dauernd vorbeistiefeln und man nicht mal in seiner eigenen Wohnung nackt rumlaufen kann“

Das Kind nimmt diese Information wortlos entgegen.

Die Zeit verstreicht, ein weiterer Arbeiter zieht an unserer Terrasse vorbei, ich bin mittlerweile angezogen.
„Das NERVT!!“, sagt mein Kind – „hast Du gehört, Bauarbeiter, das NERVT MEINE MAMA!!“
„Was denn?“, fragt der nette Mann
„Dass Du hier immer so vorbeiläufst und meine Mama nicht nackt rumlaufen kann!!“

Ach Kind, danke!

Lagebericht und unvergessliche Momente…

sind diese…

Auf dem Fahrersitz zu sitzen, losfahren zu wollen, den Sicherheitsgurt zu sich zu ziehen und ihn dann gänzlich in der Hand zu halten, weil er aus der Wand gerissen ist.

Dem am Steuer sitzenden Mann dabei zu zu schauen, wie er die Handbremse zieht und diese kurze Zeit später ebenfalls gänzlich in der Hand hält.

Eine Schranktür im Wohnmobil, die den Geist aufgibt und den kompletten Nahrungsmittel – Behelfsutensilien freien Lauf (Fall) zur Entfaltung lässt.

Hupende Schwertransporter, die uns bei Tempo 45 am Berg in der Schweiz überholen und uns das ein oder andere Teil ihrer Hand zeigen.

In einem Zelt mit zwei kleinen Kindern zwischen 1500 gröhlenden, furzenden, kiffenden, saufenden, sich übergebenden, sich sonst wie erleichternden und zu guter Letzt zwischen den Zelten bengalische Feuer abfackelnden Holländern – nach dem Sieg gegen Italien.
Mit einem Wohnmobil, das raucht, irrtümlicher Weise in einem 12,5 km langen Tunnel zu stecken, weil man die Behelfsausfahrt verpasst hat. In einem Wohnmobil, das nicht mehr schneller als 50km/h fährt, LKWs die anfangen zu hupen.
Die Worte „Schall und Rauch“ bekommen eine völlig neue Bedeutung.
Ich verfasse mein Testament, schliesse mit meinem Leben ab, will bei meinen Kindern sein, schnalle mich ab, haste zwischen meinen Kindern und meinem Mann hin und her. Will allen dreien in diesen Sekunden nahe sein – bin sicher, es sind meine letzten Sekunden, trotz allem bin ich froh, diese mit meinen Liebsten zu verbringen.

Die Tante, die wie die Mutter ist, wird wenige Nächte später mit dem Notarzt in die Klinik gebracht, Verdacht auf Herzinfarkt, Intensivstation.

Zurück zum Gatten, einige beschauliche Tage. Ein Anruf.
Der Onkel, der Bruder seines Vaters gestern gestorben. Vor 6 Wochen die Schwester des Vaters, vor 14 Wochen eine andere Schwester des Vaters.
Fahrt ins 700km entfernte Frankreich.

Drei Geschwister liegen sich in den Armen, drei Geschwister, die in den vergangenen 4 Monaten 3 ihrer Geschwister verloren haben.
Ein Bild wie eingebrannt, wie sie sich halten, wie sich ansehen, was sie sich nichts sagen und trotzdem kann es jeder hören.
Die Kinder der Geschwister begrüssen sich, auch sie schauen sich an, Augen, die sich mit Tränen füllen, Augen, die schreien mögen, 8 „Kinder“, erwachsene Kinder, Cousins und Cousinen, sie alle haben das Gleiche erlebt, die Zeit steht still. Jeder weiss, es ist wie es ist und dennoch sind alle fassungslos.

2 Monate sind vergangen, wir sind wieder zurück von unserer Tour, die die EM 2008 und ihre Helfer begleitet hat. Wir haben tolle, spannende Menschen getroffen, die Schweiz und ihre Supermärkte (bzw. deren Inhalt) zu schätzen gelernt, viel erlebt und einiges zu verarbeiten mitgebracht.
Wir haben in den entscheidenden Momenten Glück gehabt, denn ohne dieses sässe ich jetzt vermutlich nicht hier und meine Kinder würden nicht im Wohnzimmer mit ihrem Vater ein Eis essen.

Wir sind als Familie nochmal ein Stück enger zusammen gerückt, das ist ein gutes Gefühl.

Es ist auch ein gutes Gefühl, wieder hier zu sein! Hallo beisammen!

Ein Stöckchen zum wieder Eingewöhnen…

Zwar bin ich von unserer Reise noch nicht zurückgekehrt, aber da ich soeben festgestellt habe, dass mich seit einiger Zeit ein Stöckchen erwartet, kann ich nicht widerstehen…

…und weil ich während unseres mittlerweile 2 Monate andauernden Trips ohnehin ein bisschen (mehr) gaga geworden bin, als ich es ohnehin schon war, kann ich auch die von Kira verlangten 6 – wer weiß viele Schrullen/Dinge/Ticks von mir preisgeben…

1. Ich kann ein frisches Kleidungsstück nicht überziehen, ohne mich gewaschen zu haben. Mal eben so geht nicht, ich bekomme dabei regelrechte Zustände – ohnehin, um dieses Thema zu komplettieren, kann ich nicht zwei Tage das Gleiche anziehen, das Kleidungsstück vom Vortag muss mindestens 2 – 3 Tage ruhen, bevor ich darauf zurückgreifen kann (ich danke meinen Kindern, die mir diesen Tick etwas leichter machen, da ich aufgrund diverser Ankuschelungstechniken ohnehin kein Kleidungsstück länger als einen Tag tragen kann…)

2. Ich kann, was immer ich trinke, nicht bis auf den letzten Tropfen leeren. Ich MUSS immer einen kleinen Rest übrig lassen. Wenn mir der Inhalt einer Flasche oder eines Kruges lieb gemeint bis zum letzten Tropfen ins Glas gegossen wird, kann ich dieses anschliessend nicht mehr trinken. Mir dreht sich schon beim Gedanken daran der Magen rum.

3. Ich habe als Schülerin unendlich viel Zeit darauf verwandt, Spickzettel zu schreiben und immer neue Ideen zu entwickeln, wie man den ultimativ unauffälligsten Spickzettel aller Zeiten herstellen könnte.
Mein Favorit hierbei waren die hängengebliebenen Fetzen ausgerissener Blätter in einem Ringbuch/-block. Etwa 20 Blätter wurden herausgerissen, die ersten 5 verbliebenen Fetzen wurden freigelassen und danach wurden eng und miniklein ganze Bücher auf die kleinen Papierstreifen übertragen. Mit hauchdünnem Bleistift.
Ich habe keinen davon benutzt, weil ich mir regelmässig ins Hemd gemacht habe, ich könnte erwischt werden…

4. Ich M U S S ständig und immer wieder neue Flipflops haben!

5. Ich B R A U C H E mindestens alle 2 Jahre eine neue Swatch – Uhr

6. Mr. Spock konnte noch nie sterben, ohne dass ich weinen musste…

 

Ach herrje und an wen reiche ich das denn nun weiter? Vielleicht Frau Magistra bei twoday , die ja immer wieder gerne mal ein Stöckchen bearbeitet und darin auch den pädagogischen Nutzen erkennt oder die Inhaber des kleinen blogs vielleicht??