Archiv für August 2008|Monatliche Archivseite
Töö Töhöö
Was hat das Kind, was hat das Kind? Ich bin alarmiert!
Es fasst sich ans Ohr und sagt immer wieder „töööö!“ „töööööö!“
Mit Nachdruck:“tööhöö!“
Mit bedeutungsschwangerem Blick:“tööhöö!!!“
Ich bin in Sorge, nehme mein Kind auf den Schoß, schaue in die Ohren – vielleicht hat es sich etwas hineingesteckt und bekommt es nicht mehr heraus?
Das Kind schaut mich an, legt die Hand ans Ohr und sagt mit aller Ernsthaftigkeit: „tööhöö!“
Ich bin ratlos, ich muss wie es scheint nicht verzweifeln, denn das Kind sieht von diversen Erd- und Sandkrusten einmal abgesehen rosig und gesund aus – aber wenn es schon spricht, dann möchte man es doch verstehen…
Der Gatte erscheint auf der Bildfläche, schaut und hört sich den Sproß an und…
„Der telefoniert! Der sagt „tschühüss!!!“ „
Und so ist es! Das Kind läuft den ganzen Tag mit einer Hand am Ohr durch die Wohnung und ruft im Wechsel „hallaa“ und „tööhöö“.
Von wem er das wohl hat?! (und dass mir das nicht augefallen ist…)
Nieee im Leben!!!
Ein Ehepaar mit Kind auf dem Spielplatz, beide sorgen für hervorragende Luftverhältnisse im Spielareal.
Er, Typ; „ich geh Golfen und Segeln“
Sie ist sein Weibchen.
Das Kind ist außerordentlich gut und sozial erzogen; „GEEEH da weeeeeg, das sind MEINE (geschätzten 50) Spielsachen! Du darfst nicht mit meinen Spielsachen spielen!!!“
Während ich noch „eine entzückende Familie“ denke, werde ich ungewollt Zeuge ihrer aufschlußreichen Unterhaltung.
Sie: „Die Emma, die wir vorhin getroffen haben, wächst zweisprachig auf.“
Er: „Das finde ich ja das Bescheuertste von allem, wenn man Kinder von klein auf mit zwei Sprachen überfrachtet! Das verwirrt die doch bloß und am Ende lernen die keine Sprache richtig! Es ist gut, dass wir uns dafür entschieden haben, nur Deutsch mit Marie zu sprechen, schwedisch hätte sie eh nie im Leben gebrauchen können!“
Waisse Beschaid!
Kleine Kinder, kleine Sorgen…
Das einzige Kind im Kindergarten, das mein Kind als „Freund“ betrachtet und für den ER im Anbetracht dessen bevorstehenden Festtages bereits ein Geschenk besorgen wollte („Mama, der xj hat doch bald Geburtstag, was wollen wir ihm denn schenken?!“), hat heute morgen im Kindergarten die Einladungen zu seinem Geburtstag in den Kästchen der Kinder verteilt.
In unserem war keines.
Es trifft mich, als würde ICH ausgegrenzt
Ich weine die Tränen, die meinem Kind im Halse stecken bleiben
Ich habe eine Wut im Bauch, die mein Kind rauslässt, während es den Turm in der Bauecke einstürzen lässt.
Eine Freundin hat mir vorhin gesagt, das ist sein Weg, das ist der Weg, den er gehen soll, der für ihn bestimmt ist.
Ich finde das ist ein beschissener Weg und würde mich gerne beschweren!
Er wird mich nicht fragen, warum er nicht eingeladen ist, er wird mir erzählen, dass es so ist und wird alles weitere im Raum stehen lassen. Er wird mich mit zwei riesigen, traurigen Augen anschauen und tapfer seinen Mann stehen, ohne dass das je jemand von ihm verlangt hätte.
Ich habe nicht gewusst, dass man sich so fühlen kann.
Ich bin entzückt (und neidisch…)

Eigentlich bin ich ja nicht der Typ Mensch, der neidisch wird, ich kann mich mit anderen freuen…
Heute muss ich gestehen, fällt es mir ein wenig schwer; seit Wochen, nein Monaten bin ich auf der Suche nach diesem hier und musste feststellen, dass alles was damit zu tun hat, bei ebay zu UNFASSBAR horrenden, unbezahlbaren, nicht zu verantwortenden, vor dem Gatten nicht zu erklärenden Preisen weggeht.
Heute habe ich während einer kleinen Blogger – Tour
dieses hier entdeckt – und ja, jetzt bin ich auch (nur ein klitzekleinesminibisschen) neidisch…
wie wunderwunderwunderschön!!!!
Stilblüten
Das Kind:“Hallo Markus, ich hab ne Bob der Baumeister Unterhose an! Schau!“
(zieht die Hose runter, zeigt die Unnerbux)
Markus:“Ich hab ne Spiderman Unterhose an!Schau!“
(zieht die Hose runter, zeigt die Unnerbux)
Julia:“Ich hab ne Hello Kitty Unterhose an!Schau!“
(Lüftet den Rock, zeigt die Unnerbux)
Eine Erzieherin, die das Gespräch mit angehört hat, sagt mehr zu sich „ich hab garkeine Unterhose an!“
(Drei Kinder und drei Eltern schauen sie irgendwie erwartungsvoll an…)
Liebe Oma,
ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und Gute zu Deinem 86. Geburtstag!
Ich denke heute ganz besonders fest an Dich, aber eigentlich ist es so, dass ich oft und immer an Dich denke.
Unsere Lebensumstände haben dafür gesorgt, dass wir uns lange Jahre eigentlich nur von Postkarten kannten. Ab und zu ein Anruf, seltene Besuche. Kennengelernt haben wir uns so richtig erst, als ich dem Alter nach erwachsen war.
Durch den Führerschein und das Auto wurde ich mobiler und an meinem 19 Geburtstag habe ich Dich für ein Wochenende mit einer Freundin besucht.
In der Nacht wurde zufällig auch mein Neffe, Dein erstes Urenkelkind geboren und wir waren noch lange auf.
Du hast aus Deiner Jugend Schwänke erzählt und meine Freundin, die aus den USA kam, hast Du mit Deinem drolligen, aber erstaunlich guten Englisch beeindruckt. Das ein oder andere Gläschen wurde auf das neue Familienmitglied geleert und zwischendurch lagen wir schier auf dem Boden vor lachen.
Du hattest einen Sauerkirschkuchen gebacken und Dich riesig gefreut, dass ich Dich endlich mal besuchen gekommen bin.
Fortan war alles anders. Wir haben regelmässig telefoniert und oft stundenlang gequatscht und gelacht, gelacht, gelacht, Tränen gelacht. Du warst für jeden Quatsch zu haben.
Einmal waren wir sogar zusammen im Urlaub – naja, ich war zur gleichen Zeit wie Du mit einer Freundin am gleichen Urlaubsort. Wie sehr haben wir diese Tage genossen.
Meine Freundin erzählt noch heute von meiner tollen Oma. Ja das bist Du, eine tolle Oma.
Mit Mitte 70 hast Du beschlossen, Du müsstest was für Dich und Deinen Körper tun und hast Dich im Fitnessstudio angemeldet. Die „jungen Leute“, wie Du sie immer genannt hast, haben sich nicht schlecht gewundert, über Dich im Sportsdress, mit Energie für 10. Denen wolltest Du es zeigen und Du hast wirklich einiges bewirkt.
Für Dich selbst, denn Dein Alter hat Dir keiner abgenommen, die meisten haben Dich viel jünger geschätzt. Deine Lebensfreude, Deine gerade Haltung und Deine Disziplin haben Dir den Respekt der anderen zurecht eingebracht.
Wie das nun mal ist bei Menschen einer anderen Generation, warst Du auch ab und an anderer Meinung als ich, Du warst ein hartnäckiger Diskussionspartner, aber wir haben es immer so hinbekommen, dass das unsere Beziehung zueinander nicht belastet hat.
Wir hatten das selbe Sternzeichen und das hat man, wenn man daran glauben mag, oft gemerkt. Du hast daran geglaubt und hast immer gesagt:“wir sind Feuerzeichen, die sind anders“ Es gibt so vieles, das Du mir mitgegeben hast. Das offensichtlichste ist wohl unser beider Haarkleid, denn ausser Dir hat niemand sonst in unserer Familie diese Korkenzieher auf dem Kopf.
Ohnehin hatten wir vieles gemeinsam. Manchmal haben wir am Telefon gegackert und gekichert wie zwei Teenager – mein Mann hat mich manchmal angeschaut, als ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte.
Deinen zweiten Urenkel, mein erstes Kind, hast Du erst kennengelernt, als Du schon fast gänzlich erblindet warst. Du hast es mit dem Herzen gesehen und erkannt, welch ein Schatz uns da geschenkt wurde. Die wenigen Male, die Ihr zusammengetroffen seid, wart Ihr ein Herz und eine Seele.
Ich bin froh, dass ich Dich am Muttertag noch einmal gesprochen habe. Du warst sehr müde und hast vieles nicht mehr ganz verstanden.
Ich habe Dir noch sagen können, dass ich Dich lieb habe, ich bin sicher der Inhalt dieser Worte ist bei Dir angekommen.
Manchmal wähle ich Deine Nummer, ich würde so gerne wieder mit Dir sprechen, würde Dir gerne sagen, dass Du noch ein Urenkelkind bekommen hast – ich bin mir sicher, Du würdest Deine Freude dran haben. Wenn ich dann gewählt habe, und die Stimme vom Band mir sagt, dass hier „kein Anschluss unter dieser Nummer“ ist, dann rufe ich mir Dein Lachen ins Gedächtnis, das mildert die Trauer ein wenig.
Aber es ist nicht das gleiche. Ich vermisse Dich sehr – wo immer Du auch bist.
Bregenz – Fata Morgana
Angenehme Gesellschaft, unerwartetes Treffen, aufregende Begegnung.
Das Gesicht im Wind, dem Gischtnieseln entgegengestreckt, Haare zerzaust, Augen schliessen, tief einatmen.
Wasser so weit man schaut, wildes Surf- und Segeltreiben, sausen hin und her, Bojen hüpfen, Schiffchen tanzen, kalte Luft peitscht Wangen rot, Augen schliessen, tief einatmen.
Auf das Geländer steigen, die Arme ausstrecken, ich bin der König der Welt, Mövenschreie, Brandungstosen, Spannung im Bauch, gluggern, ausgelassene Freude, Kraft von Wellen aufsaugen, Augen schliessen, tief einatmen.
Es riecht nicht vollkommen, bin verwirrt, fühlt sich so gleich an, etwas fehlt, weiss nicht was…
…das Salz! Ich öffne meine Augen – stehe am Bodensee.
Meine Augen füllen sich mit Tränen. Jetzt kann ich es schmecken, das Meer. Sehnsucht!
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