Archiv für Februar 2009|Monatliche Archivseite

Alaaf

dino

„Der Markus, der war heute an Fasching auch ein Ritter, der hatte eine gaanz grosse Lanze dabei. Dinosaurier gabs auch schon, als es Ritter gab, weisst Du? Deswegen braucht man auch dringend die Lanzen. Ich sollte auch eine Lanze haben, damit ich, wenn ich Ritter bin, mich gegen die Dinos verteidigen kann! (ich setze zu einem ABER an)

Das hat der Markus gesagt, der weiss das, den gabs nämlich da auch schon“ (prüfender Blick zu meinem skeptischen Blick) “das ist schon TOTAL  lange her, da war der vielleicht eins oder so! Stimmt echt, Mama!!“

Es kam, sah,…

…und unterschrieb eine andere Familie

den Mietvertrag.

 

 

weinendesauge

Damit muss ich jetzt auch erstmal klar kommen…

Leben auf dem LAND – Wagnis, ja oder nein?

Vor 4 Tagen ist mir eine Anzeige ins Auge gesprungen.

Auf einem Einsiedler – Demeterhof nur 40 km von der Stadt in der wir leben entfernt, werden Wohnungen frei. Eine davon eine 4 Zimmer Wohnung, 120 qm, 900 € – alles, sogar Telefon inklusive.
Wir leben ohnehin bewusst am Stadtrand, mit Garten, wenig Beton und Wald in unmittelbarster Nähe – noch weiter draussen, mit Kühen, Ziegen, Schweinen, Ruhe und gesunder Landluft, frei herumtobenden Kindern, gemütlichen Sitins mit den Nachbarn aus der Hofgemeinschaft, das hört und fühlt sich großartig an.
Angerufen und hingefahren.
Der Hof ist der schönste, den ich je gesehen habe, er ist riesig und beherrbergt glückliche Kühe, verschmuste Ziegen, enorme, schmatzende Schweine, einen sehr präsenten Hahn, ein Kalb von einem Hund, der geduldig die Liebesbezeugungen meines Jüngsten (MUH!!) über sich ergehen lässt und so vieles mehr. Es wohnen dort unterschiedlichste Familien zur Miete, die uns gegenüber wohnen würden sind zuckersüß und sofort ins Herzlein geschlossen, deren Kind vom Alter genau in der Mitte der unseren, das Grundstück übersäht von Apfelbäumen – Bio, nein Demeter Apfelbäumen, die Wohnung wirklich riesengross und super traumhaft, jedes Zimmer ist grösser als unsere hier und wenn man Küche und Bad zusammen nimmt kommt man vermutlich auf die Grösse unserer derzeitigen Wohnung. Hinter dem Hof gibt es ein Backhaus, in dem man sich sein eigenes Brot im Holzofen backen könnte, es gibt Gemüsebeete zum Selbstversorgen, eigentlich ist das alles viel zu schön, um wahr zu sein und alles schreit: DAS MÜSSEN WIR MACHEN, DAS IST UNSERE CHANCE, DAS IST WIE FÜR UNS GEBACKEN!

 

Und doch: die Freunde, die Freunde der Kinder, aufgebaute Struktur, medizinische Versorgung bei zwei Kindern, die immer mal mit dem Notarzt durch die Gegend gekarrt werden, der Fußmarsch zum Wochenmarkt, der Bäckereifachverkäufer, der uns mit Namen grüsst, die Auswahl an Kindergärten, bei denen man zumindest davon zu träumen wagt, aufgenommen zu werden, meine Ikea – Küche, die zwar nicht hochwertig ist, dafür aber extra für mich und meine Bedürfnisse angefertigt und angepasst wurde, eine Spielerei, die mir das Gefühl gibt, zu Hause zu sein.  Mein Apfelbäumchen, das Beet neben meiner Terrasse, in das ich letztes Jahr voller Liebe eine Kräuterspirale gebaut habe, der grosse Sandkasten, den der Mini im vergangenen Frühjahr zur Taufe bekommen hat, die Terrassentür, die ab Vögelgezwitscher immer offen steht und dann etwas später im Jahr die geballte Ladung Duft der etwa 30 Lavendelbüschlein hineinlässtt, der Flieder, der unsere Terrasse begrenzt und mir alberner Weise immer ein „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ hervorlockt, zu dem ich mich dann verschämt nach rechts und links wiege, wie Romy Schneider im gleichnamigen Film, ja selbst die verschwenderische mal eben schnelle Fahrt zur Shoppingmeile in der Nähe…

… die wiegen auf einmal so schwer, dass ich völlig durchdrehe und meinen Platz nicht mehr kenne, Beklemmungen bekomme und die ganze Nacht ruhe- und rastlos hin und her rolle.

Luxus alleine schon, diesem Dilemma zu unterliegen..

hof

Mama, sind Ritter eigentlich feuerfest?

 

drache

Juhuuuuuu

familienausflug

Wenn man fachkundige Hilfe erhält, dann rutscht man „schwupps“ in die zu eng geglaubten Skistiefel, kauft sich gebrauchte, aber supertolle und vor allem richtig günstige Skier, packt die Familie ins Auto, fährt 25 Minuten zum nächstgelegenen Miniskigebiet, packt die Familie und die Skier aus und verbringt einen wunderschönen Sonn(en)tag auf der Piste!

16 Jahre nach meinem letzten Mal – etwas eingerostet, aber ich bin sooo glücklich!

Konstatiere: Ski- ist wie Radfahren, offenbar verlernt man es nicht!

Schippen und so

skifoahrn

 

Nachdem das Kind den ersten Skikurs erfolgreich mit einem fulminanten Rennen, Medaille und Urkunde absolviert hat, hat die ganze Familie das Wintersport – Fieber gepackt.

Jede Schneeflocke wird frenetisch befeiert und angefeuert.  

Morgens um 06.30 stehe ich, noch mit dem Nachthemd meines mir unbekannt gebliebenen Opas, nackten Beinen, dicken Winterboots und Zibbelmütze auf dem Gehweg und schiebe euphorisch die über Nacht hinzugekommenen Pulvermassen zur Seite.

Der Nachbar von nebenan stellt fest, dass er schon lange nicht mehr dazu gekommen ist, so viel „Sport“ zu machen, wie in den letzten Tagen seit Schnee und mit einem Lächeln auf dem Lippen und dem Gefühl von „ich habe was getan“ starten wir nun in den Tag.

Mir am Kind ein Beispiel nehmend, bin ich los zu 1,2, meins, habe meine Füsse vermessen, mir in einem Glanzstück der Auktionskunst ein paar eigentlich sündhaft hochpreisige, großartige, qualitativ schier unschlagbare Skistiefel für nen Appel und’n Ei unter den Nagel gerissen und seit Bezahlung derselben hibbelig Stunde um Stunde, Tag für Tag, Minute um Minute mit so einem Gefühl ausgeharrt und gehofft, sie mögen noch vor dem Wochenende hier ankommen.

Gestern abend war es soweit. Der Götterbote brachte sie, diese wunderschönen, großartigen, hochtechnologischen, phantastischen Eintrittskarten in ein Wochenende voller Aktivität im weissen Gold. Ein Messer in die Hand, den Karton masakriert, aufgerissen, Folie zur Seite gezerrt – DA!!!

Voller Ehrfurcht musste ich sie erst einmal von allen Seiten bestaunen. Wunderschön! Gebraucht, aber wunderschön!

Die Schnallen geöffnet, klick, klack, klick, klack, grossartiger Klang!! Die Spannung kaum auszuhalten, gleich werde ich nach langen Jahren der Abstinenz wieder einen Skischuh am Fuß tragen und nicht lange darauf elegant über die Pisten wedeln. Den Schaft nach vorne ziehen, den Fuß hineinstecken…

 

SIE PASSEN NICHT!!!!!!!!!!!!!!!!!! ICH KOMME NICHT HINEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ARRRGHHHHHHHHHHHHHHHH!

Germanys’ next Topmodel

model1

 

Eine Nachfolgerin für Fiona und Gisèle ist gefunden – Gott sei Dank!

Abwracken

dose

 

Das treugediente Familienauto liegt nach 15 Jahren gemeinsamen Weges nun auf einem grossen Stapel anderem Blech. Ganz flach, ganz klein.

Ruhe sanft!                 und vielleicht trinke ich bald aus Dir ne Cola?!

Auf den Keks

cookies

 

Im Bioladen meines Vertauens.

Der Einkaufswagen ist vollgepackt, nun kommt es auf jede Sekunde an – denn auf dem Weg zur Kasse muss ich die Einkäufe gegen mein Kind verteidigen. Wer das Kind sieht, der könnte meinen, dass nichts so viel Freude bringt, wie das erfolgreiche Fischen nach einem Joghurtbecher.

Es reckt und streckt sich, strampelt und hampelt, kiekst und kreischt und wenn ich eine Sekunde zu langsam war, dann krallt er sich seinen Schatz, holt aus und rammt ihm voller Wonne den Finger durch den Deckel. Zieht den Finger wieder heraus, um ihn dann triumphierend in die Luft zu strecken und „GoooooGoooo“ zu brüllen…

 Herzig ansich, aber wenn man sich über diese Leidenschaft nicht im Klaren ist, und dann nach einem Einkauf nichtsahnend 3 angepuhlte Joghurtbecher in der Tasche hatte…

Während ich also krampfhaft versuche, das Kind von den Joghurtbechern fern zu halten, bemerke ich voller Dankbarkeit einen Probierstand mit kleinen Butterkeksen.

Ich steuere ihn an, kralle mir einen Keks und drücke ihn dem heftig zappelnden „Goooogooo – Kind“ in die Hand.

So schnell konnte ich garnicht schauen, hatte er ihn verdrückt. Um auch während des „Aufsbandlegens“ in Ruhe werkeln zu können, greife ich nochmal zu der Auslage und während ich noch den Keks überreiche, springt die Kassiererin zu mir und teilt mir mit erhobener Stimme mit, dass ich nicht berechtigt sei, mir mehr als EINEN Keks zu nehmen!

Sowas habe ich noch nie gehört und ich bin von diesem barsch vorgetragenen Angriff völlig überrumpelt und sprachlos. Mit offenem Mund starre ich die Dame an und würde sie am liebsten ungespitzt in den Boden rammen.

Durch einen Blick auf die kopfschüttelnden Menschen hinter mir inspiriert, erwähne ich mit einem versucht freundlichen Lächeln, dass das doch wohl für das Kind o.k. geht – was prompt mit einem „aber woher soll ich jetzt wissen, dass Sie den auch wirklich nur für das Kind nehmen“ gekontert wird.

Ich behalte mir vor, dort vorerst nicht mehr einkaufen zu gehen…

Auflösung

Trophy

Vielen Dank für die Beiteiligung, ich habe ja herzlich gelacht!

 

Um es auf den Punkt zu bringen - eine Mitspielerin könnte im Hause ichbinimmerich als Übersetzerin für das Minikind fungieren. Sehr löblich! 

Apfa   =   Apfel

Wawa  = Wasser

Sua  = Schuhe

tsüü  = Tschüüss

Tutu  = Auto

Dodo  = Doktor

Naha!  = Gute Naahaacht!

Na!  = nass!

Tinta  = trinken

Mölla  = Mütze

Lala  = Musik

 

Hieraus ergeben sich im Einzelnen folgende Wertungen:  

Tyndra ;  4 wohlmeinende Gummipunkte

Für Glücksrabe ebenfalls 4 Punkte

Für die Ehefrau sagenhafte 6 Zähler, ob sie diese minimale Führung ausbauen kann?

Tisi erreicht ehrenhafte 3 Punkte

und

Madame Klutze feat. Hibbel wie die beiden erstgenannten auch 4 stolze Zähler. (für eine Tante, und einen Cousin, die gerade mehrere Tage mit der Bagage verbracht haben, ist das keine herausragende Leistung :-P )

 

EHEFRAU *taddaaa* !!!!!

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