Archiv für März 2009|Monatliche Archivseite

Tschüss

 

Der kleine weisse Sarg war bunt bemalt, unter anderem stand „Nutela“ drauf, worüber ich trotz allen Weinens immer wieder schmunzeln musste – denn das hat er so geliebt.

Überhaupt hat er immer gemampft, dass wir uns gewundert haben, wo er das alles wohl hinschiebt.

Die grosse Schwester hat am Grab so sehr geweint, dass es mir die Luft abgeschnürt hat – dieser Schmerz, diese Verzweiflung, das war so unfassbar traurig! 

Eine nette Frau hat mich angesprochen, weil ich wegen meiner „Kleinkind in Buggy – Begleitung“ nicht ans Grab gehen konnte, aber so gerne die gemalten Bilder der Kinder und die Autos mitgeben wollte. Sie hat mir den Buggy für einige Minuten abgenommen und das Minikind spazierengefahren und ich konnte nocheinmal zu ihm gehen um unsere letzten Geschenke ins Grab zu legen.

nutella

VLADI

Gerade habe ich erfahren, dass der Sohn einer lieben Bekannten gestorben ist.

Er ist 3 Jahre und 3 Monate alt geworden.

Ein süßer kleiner Junge, der Autos und Fußball toll fand und der über jeden Quatsch lachen konnte.

Lieber Vladi,

ich kann gerade garnicht mehr aufhören zu weinen, wir sind so traurig, dass wir Dich nun nicht wiedersehen werden! Du bist ein ganz wunderbarer Junge, Du hast uns durch Deine Kraft und Dein unbekümmertes, fröhliches Wesen Zuversicht gegeben, die Wochen im Krankenhaus gut zu überstehen. Trotz des Altersunterschieds warst Du meinem Kind sein erster Freund und wir werden Dich nie vergessen!

vladi

 

 

 

Zu viel

Gestern abend der Anruf von meinem Schwiegervater. Mein Mann erstarrt auf der Couch. Ich denke zuerst, es ist etwas mit unserem Kind, das dort übernachtet, oder mit meiner Schwiegermutter, die stark angeschlagen ist.

Dass es so schlimm kommt, hätte ich mir nicht denken können.

Der Onkel meines Mannes hat sich das Leben genommen, er folgt damit seiner Frau und hinterlässt drei erwachsene Kinder.

Das ist in einem Jahr nach der Tante, der Tante, dem Onkel, dem Onkel nun der fünfte liebe Mensch in unserer Familie, der aus dem Leben scheidet. Alle nicht alt, um die 60, teils schwer krank, teils des Lebens müde.

Mehr als zuvor habe ich das Gefühl, mein Kopf platzt aus allen Nähten, kann die Flut der Begebenheiten nicht länger fassen und möchte mal ausschalten.

Nur wie blendet man das Leben aus?

Auch für meine Kinder, zu denen wir beschlossen haben, immer ehrlich zu sein und sie so weit wie möglich in das Tagesgeschehen mit einzubeziehen. Vor allem das grosse Kind spürt, hört und bekommt ganz genau mit, was los ist. Gestern abend hat es die Arme um den Opa gelegt und dem Opa gesagt, dass es ihn trösten würde. Wie steckt ein Kind sowas weg? Wie erlebt ein Kind, dass um es herum ständig Familienangehörige sterben? Belastet das nicht? Macht das nicht Angst? Wird der Tod dadurch zur Normalität und die Angst schwindet?

Das wäre ein positiver Nebeneffekt – auf den ich aber gerne verzichten könnte…

 

 

Auszeit für mich

Vielleicht liegt es an der Jahreszeit, ich höre und lese gerade von so vielen, denen die Kraft ausgegangen ist, die sich zurückziehen und versuchen, wieder auf die Beine zu kommen.

Mich berührt und bewegt das und ich wünsche allen, dass mit Beginn des Frühlings und den jetzt immer häufiger werdenden Sonnenstrahlen auch die Kraft und die Freude wiederkommt!!

In den letzten Wochen ist so vieles passiert, meine Gedanken haben so manches zusammengetragen, ohne es abzuarbeiten und im Moment habe ich das Gefühl, dass mein Hirn platzt, wenn nur noch ein Einziges dazu kommt. Alles in mir ist übervoll und kurz davor überzuschwappen.

Ausblenden, jetzt, sofort, stop, genug, … schreien die Synnapsen und ich werde und muss dem Folge leisten, um Schlimmeres zu verhindern.

 

Alles Liebe!

Jippididuda jippidihee

13° C blauer Himmel und Sonnenschein – ein Wetter zum Eierlegen – und ich pack jetzt den Liegestuhl aus, hülle mich in Decken und biete mich der Sonne dar.

 

sonnenschein

 

 

oder auch