Archiv für August 2009|Monatliche Archivseite
Sssseiss Bus!!!
Heute war ich mit dem Minikind im Bus unterwegs. Nahezu 2 Stunden waren wir on Tour und das Kind hat sich dabei von seiner besten Seite gezeigt.
Angefangen hat es damit, dass Mini aus dem Fenster geschaut hat und lauthals jedes Auto kommentiert hat, das uns auf der Strasse entgegen gekommen ist.
„Mamaaaa, daaa Märsädäs, daa Mammaaaa, Märsädäääs, tümpts, Mammaaa???“
Die ersten Mitfahrenden schwanken zwischen Schmunzeln und Stirnrunzeln, weil das Kind den ganzen Bus an seiner Entdeckung teilhaben lässt – und das scheint manch einem zu laut…
…angefeuert von den Reaktionen der Umstehenden, legt das Kind erst richtig los;
„Beeeemweeeeeeeeeee, daaaaaaaaaaaaa Mammaaaaa, tümpts, Mammaaaa??“, „Goooodaaaa, Mammmaaaaaaaaaaaaaa“, „Yoootaaaa, Mammmaaaa, tümpts, daaaa Mammaaaa, guck, Maaaaaaammmaaaa Yooootaaaaa!!?“
Irgendwann kamen die ersten „Psst“ – Bemerkungen, gefolgt vom brüllenden Busfahrer “geht das auch ein bisschen leiser?!
die das Kind als Herausforderung missverstanden hat, um dann voller Inbrunst:
„Plötmann!“ „Plötmann, Mann, desta, tümpts, Mamma?“
(äähh)
„Plötarsch“, kichert das Kind, „tümpts Mama, Plöötarsch!!!“
(hier versinke ich spätestens im Boden und versuche dem ambitionierten Kind halb spielerisch halb ernst den Mund zu zu halten)
Jetzt ist das Kind nicht mehr zu halten und schreit aus voller Kehle:
„Ssssseisss Bus, plöt Bus, sssseissssplöötarschBus!!!“
Wir haben an der nächsten Bushaltestelle den Bus verlassen…
Foi Foi
Ich stelle in die allgemeine Raterunde dieses Lied, das das herzallerliebste Minikind heute morgen zum Besten gab:
Iff foi, Iff foi, eer k wiaa auss
Iff foi, Iff foi, eer k wiaa auss
Lalalalala
Haha, ich muss die ganze Zeit so lachen, das ist wirklich unglaublich süss!!!
Dumm gelaufen…
Wenn man die eben erstandene 1 Liter – Glasflasche mit Olivenölfüllung auf den Boden fallen lässt, und die dabei wer hätte das gedacht in tausend Stücke zerspringt (und die Füllung sich über den gesamten Boden verteilt), dann ist das schon ziemlich Scheisse!!
Wenn die Flasche dann aber während des Sturzes (wie auch immer) einen Umweg über Beine und Füsse nimmt und die bei Gelegenheit gleich mal mit aufschlitzt, dass man mal die Gelegenheit hat, alles ordentlich vollzubluten, dann, ach naja, so halt eben, ist nicht besonders schön!!
Auf dem Amt…
Wieso ist es eigentlich so, dass die Mühlen auf dem Amt langsam mahlen, wie man immer wieder sagt?
Ich musste heute aufs Zulassungsamt und während ich sass und wartete, dass 22 Menschen vor mir an die Reihe kamen, konnte ich beobachten, wie Mitarbeiter mit vier bis fünf Akten im Arm die Büros verliessen, langsam über die Flure schlurften, mit Schlüsseln rasselten, hinter einer Tür verschwanden, mit weniger Akten aus einer anderen wieder herauskamen, zurück schlurften, stehen blieben, ein Schwätzerchen mit einem anderen Mitarbeiter des Amtes führten, weitergingen, hinter einer neuen Tür verschwanden und so fort.
Zudem, und das fällt mir immer wieder auf, sind sehr viele der dort arbeitenden unfassbar schlecht gelaunt – oder persé unfreundlich. Warum ist das so?
Während wir so da sassen und warteten ertönte auf einmal das Stimmchen des Kindes:“ Mamaa, ist das die blöde Kuh von vorhin???“
Köpfe drehten sich, Münder verzogen sich zu einem Schmunzeln – die, die sich angesprochen fühlen musste, verzog das Gesicht (verständlicher Weise) gleich noch ein bisschen verbitterter und schlurfte weiter…
Berlin 2009
Ich mag das!
Was mir bei der Tour de France nicht gelungen ist, nämlich über potentielle Dopingsünder hinwegzusehen und die Veranstaltung als Ganzes ernst zu nehmen, das vermag mir nicht die Freude über die Leichtathletik WM in Berlin zu verderben. Wie schon im vergangenen Jahr während der Olympiade wird auch jetzt und die nächsten Wochen der Fernseher glühen.
Hoffentlich ist die Zahl der Fairen wenigstens höher, als die der anderen…
… wobei ich gestehen muss, dass mir das zu glauben ein wenig schwer fällt, wenn ich mir manch einen hormonbepickelten Athleten so anschaue… wir werden es sehen.
Verurteilt
Heute morgen auf Bayern2 ein Bericht über den mutmasslichen NS Kriegsverbrecher Josef Scheungraber. Quasi eine Vorberichtserstattung Bezug nehmend auf den Prozess heute vormittag.
Aus seinem direkten Umfeld in Ottobrunn wurden einige Stimmen eingefangen, die lauteten ähnlich wie:“ ach lassen Sie doch den alten Mann in Ruhe, der ist 90, das ist doch längst verjährt, was soll denn der noch lebenslänglich ins Gefängnis gehen?!?“ oder „ich kenne den Herrn aus dem Sportverein und wenn der sagt, er wars nicht, dann war ers nicht…“
Gerade eben kam die Meldung, er wurde verurteilt. Ich freue mich und finde es richtig!
Äh, nein, Sie dürfen nicht!!

Mit dem Minikind befinde ich mich in der Einkaufsgelegenheit unseres Vertrauens. Wir kaufen Fleisch an der Fleischtheke und das Kind bekommt derweil ein Würstchen in die Hand gedrückt, das ihm leider kurz darauf aus derselben rutscht und auf den Boden plumpst. Ich hebe es auf, puste es von allen Seiten ab, wische feste drüber und reiche es dem Kind zurück.
Während ich diese Geste noch ausführe, springt eine Frau von der Seite dazu, greift zu meinem Kind und entwendet ihm die Wurst mit den Worten:“ Sie werden doch in der heutigen Zeit Ihrem Kind nichts zu essen geben, was auf dem Boden gelegen hat!!!???“
Ich bin völlig perplex, das Kind fängt augenblicklich an, nach seiner Wurst zu schreien, der junge Mann hinter der Fleischtheke steht offenen Mundes und beäugt die Szenerie.
Ich drehe mich zu ihm um mit den Worten:“ Würden Sie meinem Sohn bitte noch ein Würstchen geben, die Dame hat ihm seine entwendet – und jetzt, wo sie die Wurst angefasst hat, möchte ich nicht, dass er die noch isst.“
Dann wende ich mich der Dame zu, die in der Zwischenzeit nicht aufgehört hat, vor sich hinzuzetern und mich dabei erwartungsvoll anzuschaut. Ich habe noch immer keine Worte dafür, dass sie sich erdreistet hat, an mein Kind zu gehen – egal, welche Motive dahinterstecken, ich bin so fassungslos, dass ich nicht weiss, wie ich begreiflich machen soll, dass das, was sie gerade gemacht hat, so viel schlimmer ist, als die heruntergefallene Wurst es hätte sein können.
Ich bekomme das Wienerle ausgehändigt, „huuuuch, jetzt ist es schon wieder runtergeplumpst!!“ ich hebe es vom Boden auf, säubere es, reiche es meinem Kind, zwinge mich zu einem Lächeln, sehe die Dame an und sage:“ Danke schön, aber das wäre nicht nötig gewesen!!“
Die Dame hat Schnappatmung, aber wir lassen sie so stehen und ich schmunzle vergnügt vor mich hin. BOAHHH!!!
10 Jahre
In einem der absolut dunkelsten Momente meines Lebens, bin ich beim stupide zappen auf dieses Lied gestossen. Unmittelbar an der französischen Grenze lebend, habe ich mein halbes Leben lang fast ausschliesslich französisches Fernsehen geschaut.
In diesem Moment hatte ich so viele Sorgen, ich habe mir nie notiert, wie die Interpretin hiess, das Lied wurde rauf und runter gespielt, das genügte.
10 Jahre lang habe ich danach gesucht, Textfetzen aus meiner Erinnerung gekramt, musikafinen Franzosen das Videoclip beschrieben, CD – Börsen, Charts rauf und runter gesucht…
… gerade eben in diesem Moment habe ich es gefunden – und auch wenn es inhaltlich nicht mehr so passt, es bewegt mich so sehr, dass ich hier sitze und nicht mehr aufhören kann, zu weinen.
Ach, ist das schön!!
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