Archive for the 'Bewegendes' Category

Mich hats ergriffen…

Heute war ich bei der Taufe des Sohnes meiner Freundin.

Zum Abschluss wurde von Dietrich Bonnhöfer “Von guten Mächten” gesungen. Das Lied hat mich irgendwie ergriffen und noch viel mehr, als ich zu Hause dann nachgelesen habe, wann und wo er dieses Lied geschrieben hat. Er war etwas über 30, da landete er, evangelischer Theologe und bekennender Anti - Nazi im KZ. Von dort hat der den Text dieses Liedes geschrieben und seiner Mutter geschickt.

Vor dem Hintergrund seiner baldigen Hinrichtung diese Worte zu finden, so zu denken, wie das Lied es ausdrückt, so vertrauen zu können und in seinem Glauben diese Zuversicht zu finden,  hat mich tief bewegt.

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar.
So will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.Refrain:
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Noch will das Alte unsere Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach, Herr, gib unseren aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das du uns bereitet hast.
Refrain:

  Und reichst du uns den schweren Kelch,
den bittren des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
Refrain:Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll’n wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.
Refrain:

Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
die du in unsere Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Refrain:

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt,
die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
Refrain:

“Angst essen Seele auf”

 

Ein Blick, ein Stich

ins Herz. Tief ins Herz, von da in den Bauch, macht sich breit, ein Kloß, ein Klumpen, ich bin schliesslich teilerstarrt. 

Grosse dunkle Augen, in tiefliegenden Augenhöhlen.

Ein fast kahler Kopf, wenn da nicht der Flaum wäre, der noch ein bisschen übrig geblieben ist. Ein ausserstädtisches Kennzeichen.

Ein Blick, ein Gedanke

Eine Mutter fährt ihr Kind in die Uni - Kinderklinik der Stadt zu Chemotherapie.

Ich muss ein Stück in die gleiche Richtung, die beiden biegen zur Kinderklinik ab.

Ich drehe mich zu meinem schlafenden Kind um, muss es anfassen, mir laufen die Tränen.

Ich fühle mit der Familie, die gerade an mir vorbeigefahren ist, hätte ihr gerne irgendwie signalisiert, dass ich ihnen alles Gute wünsche, ich fühle mit allen betroffenen Familien und hoffe dass sich der Angstkloß irgendwann im Laufe des Tages wieder etwas lösen wird.

 

Ratten…

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…so habe ich während meines Studiums erfahren, werden zu Forschungszwecken konditioniert.

Machen sie, was man will, bekommen sie mehr Futter, was ungemein dazu beiträgt, dass sie machen, was man will.

Sollte das einmal nicht der Fall sein, werden sie mit einem ordentlichen Stromschlag wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.

Meins ist das nicht.

Aufgeschnappt

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“Du darfst nicht aus der Spielstrasse rausfahren, das möchte ich nicht Michelle, wenn Du mit dem Fahrrad fährst, dann nur hier um den Spielplatz rum und nirgendwo sonst!!”

“Aaaaber, ich ….”

“Kein Aber!! Nur hier um den Spielplatz rum. Wenn da ein Auto ist, und Du fährst mit dem Fahrrad in das Auto rein, dann musst DU das bezahlen, aber Du hast ja garkein Geld, da wird der, dem das Auto gehört, sehr böse und Mami und Papi müssen dann ganz doll viel Geld bezahlen, um das Auto wieder zu reparieren!!”   

Kurze Denkpause für Mutter und Kind ….. und weiter gehts:

“Willst Du das MI  CHÄ LLLLL?”  “Willst Du, dass Mama und Papa so viel Geld für das Auto zahlen müssen? Dann müssen wir das neue Kinderzimmer nämlich auch wieder abbestellen”

Ein erschreckter Blick, ein kleines, leises “Nein”

“Na gut, dann weisst Du jetzt, dass Du nur hier um den Spielplatz fahren darfst, gell Michelle?”

Michelle nickt artig und geht

The magic dragon

Ich habe keine Ahnung, was mich immer packt, wenn ich Musik, Filme oder sonstige Darbietungen aus den 40 er, 50 er, 60 er und auch 70 er Jahren sehe - ich fange immer an zu heulen. Manchmal glaube ich fast, dass ich zu dieser Zeit schonmal gelebt habe und dass es die Sehnsucht ist, die mir das Wasser in die Augen treibt - aber nochmal drüber nachgedacht ist dies vermutlich wenig wahrscheinlich…

Schon als ich klein war, hats mich magisch zu den alten (Musical-)filmen hingezogen - vermutlich werdet Ihr jetzt, wie alle anderen vor Euch auch, die Schultern zucken und das Gesicht verziehen: aber ich liebe Ria Hayworth, Esther Williams, Jane Powell, Doris Day, Bing Crosby, Gene Kelly, Judy Garland, Julie Andrews, Cary Grant ist für mich nach wie vor der attraktivste Mann auf der Leinwand und ich bete Leslie Caron an, die großartigste Schauspielerin ihrer Zeit, meine musikalischen Helden sind Joan Baez, Cat Stevens, Bob Dylan, Simon & Garfunkel, Barbra Streisand und natürlich Elvis - eine zeitlang konnte mich auch Charlton Heston durch seine grandiose Darbietung des BEN HUR begeistern, was allerdings seit Bowling for Columbine und das Wissen um des Darstellers Beteiligung an der US - amerikanischen Waffenlobby, stark nachgelassen hat…

…zurück zum Thema. Wenn immer ich einen dieser Filmklassiker sehe oder noch fataler, ein Lied daraus höre, oder ein Lied aus längst vergangener Zeit, fange ich an zu heulen.
Heute habe ich meinem grossen Sohn bei youtube ein Lied rausgesucht, dass ich sehr liebe - er war fassungslos, wie seine Mutter auf einmal zu schluchzen anfing. Ich habe dann nach meinem Mann gerufen, um zu sehen, ob IHN Peter, Paul und Mary in einem Clip aus den 80-er Jahren auch so bewegt wie mich - er hatte nur ein höchst verständnisloses Gesicht zu bieten…

Ich bin ein Alien!!

Start in den Tag

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Auf der Gegenspur im Tunnel steht ein Polizeiauto, der Tunnel ist gesperrt. Einen Moment lang mache ich den Mund auf, um einen Fluch auszusprechen, ich bin spät dran und befürchte, dass beide Spuren nicht zu befahren sind - umsonst geärgert - ich mache den Mund wieder zu und komme gerade noch bei Gelb über die Kreuzung.

Mein Blick wendet sich nach links in den Tunnel, um zu sehen, warum die Polizei dort steht.

Zwei Männer schlagen eine Folie um einen Mann, oder war es eine Frau?, der dort auf dem Boden liegt. Morgendliche Rush - hour, der Verkehr geht nur schleppend voran, die Männer hüllen den Körper ein und dann bin ich vorbeigefahren.

Hat jeder der hier vorbeifährt gesehen, was ich gesehen habe? Haben sich die anderen auch dieselben Fragen gestellt?

Wer war der/die Tote, warum ist er/sie gestorben, warum dort? Hat ihn/sie jemand umgebracht, wie ist es passiert? Wurde er/sie erstochen, erschossen, ist er/sie Opfer eines Unfalls geworden?! Ist er/sie erfroren?! Wie alt wird er/sie gewesen sein, gibt es jemanden, der ihn/sie beweint - noch 12 Tage, dann ist Weihnachten.

Die Gedanken lassen mich heute wohl nicht mehr los - ist was anderes als Tatort, ist echt.

Lauf der Dinge

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Wie es sein wird, wenn meine Lieben, meine Ursprungsfamilie nicht mehr da ist, mag ich mir garnicht vorstellen. Noch heute rufe ich manchmal bei meiner Oma an, wohlwissend, dass am anderen Ende im besten Fall “kein Anschluss unter dieser Nummer” zu hören sein wird. Ich wünschte so sehr, sie wüsste, dass sie nun noch ein Urenkelkind bekommen hat.

Nicht auszudenken, ich könnte meinen Vater nicht mehr anrufen, ihm nicht mehr erzählen, was wir hier so treiben, seine Stimme nicht mehr hören und nicht erfahren, wie es ihm geht. Sein Lachen nicht mehr erleben, nicht seinen Rat erfragen können, nie mehr Trost in seinen Armen oder Worten finden.

Undenkbar, ich hätte keine Mutter mehr - wir sind uns nicht unendlich nahe, aber sie ist meine Mutter, war immer ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt meines Lebens. Wie oft habe ich Fragen über meine Kindheit, wer soll sie mir beantworten? Eben mal nach einem Rezept fragen. Ich wünschte, wir könnten uns näher sein.

Unfassbar, meine Tante wäre nicht mehr auf der Welt. Kleine Nichtigkeiten des Lebens, mit wem soll ich sie austauschen, wir lachen so viel, sie nimmt so viel Anteil, sie hilft und steht mit Rat und Tat zur Seite. Ich möchte mir keine Situation meines Lebens vorstellen, an der sie oder mein Vater und meine Mutter nicht da sind, nicht mehr erleben, wie es mir oder meiner Familie ergeht.

Ich WILL nicht akzeptieren, dass es den Tag geben wird, irgendwann, an dem ich zwar zum Telefon greifen kann, aber niemand mehr antwortet, falls ich wider besseren Wissens wähle.

Und meine Kinder, ich sehe sie an und frage mich - was wird sein?

Wie werden sie sein, wie werden sie wachsen, sich entwickeln. Werden sie von Krankheit verschont bleiben, werden sie immer eine Mama und einen Papa haben, der ihnen zur Seite steht? Werden sie Omas und Opas haben, mit denen sie ein inniges Verhältnis verbindet. Werden sie sich als Brüder nahe stehen? Werden sie auf Menschen treffen, die es gut mit ihnen meinen? Werden sie immer Hilfe und Trost bekommen, wenn sie sie brauchen? Wird das Leben es gut mit ihnen meinen? Was steht ihnen bevor? Welche Berufe werden sie ergreifen? Werden sie Mann oder Frau lieben, werden sie Kinder haben? Habe ich ihnen alles mitgegeben, was sie brauchen werden, um ein glückliches Leben zu führen?

Werde ich die Antworten auf all meine Fragen erleben dürfen?

Manchmal habe ich das Gefühl, das Leben lebt über mich hinweg, ich bin nur eine Figur in einem Spiel, über das ich keine Kontrolle habe - so sehr ich mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen versuche, die letzte grosse Entscheidung - um mich, und um mich herum wird doch nie von mir gefällt.

Flashback

 Manchmal, wenn ich Musik höre, überkommt es mich und mir schiessen die Tränen in die Augen - Musik ist mein Trigger für Erinnerungen, die so klar sind, als ob die jeweiligen Situationen direkt vor mir, als Film ablaufen.

Gestern habe ich Joan Baez gehört, und unmittelbar, wenn ihre Stimme erklingt, sitze ich wieder in unserem Wohnzimmer, sehe vor mir die Mahagonischrankwand, das blaue Ledersofa, den hellen Teppich, die bunten Läufer darauf, den runden Glastisch - ich kann aus dem Fenster schauen, unsere Terrasse mit den hellen Fliessen sehen, die Geranienkästen, die am Geländer der Terrasse hängen.

Ich kann unsere Hunde hören, Marco, der im Garten unentwegt Löcher buddelt - ein kleiner Rauhhaardackel der es sich zum Ziel gesetzt hat, die 20m hohe Tanne auszugraben und dabei unentwegt laut bellt, damit jemand von uns kommt, um ihm dabei zu zu sehen. 

Rummy, wie sie gottergeben in der Sonne liegt und sich die selbige auf den Bauch scheinen lässt, eine Rauhhaardackeldame, die knapp 18 geworden ist, und mich somit einen bedeutenden Teil meines Lebens begleitet hat, und Alf, unseren riesigen Schäferhund, mit dem ich stundenlange Waldspaziergänge unternommen habe - seitdem er nicht mehr lebt, habe ich mich nie wieder alleine in den Wald getraut.

In jedem Zimmer sind Boxen und so singt Joan in jedem Raum, sie bohrt sich durch das Ohr in die Seele und ins Herz. Ihre Stimme ist so rein, dass man ergriffen sein MUSS.

Joan Baez ist die Musik meines Vaters, ebenso wie Simon&Garfunkel, Bob Dylan, Cat Stevens und Barbra Streisand. Später auch Elton John und die Dire Straits - aber Joan Baez ist etwas ganz besonderes.

Kurze, ähnliche flashbacks erfassen mich auch bei anderen Musikstücken -

Es gibt den Schlager “Oh mein Papa” aus einem alten Film, gesungen hat ihn Lys Assia in einem Film mit Romy Schneider. Wenn ich dieses Lied höre, sitze ich als kleines Mädchen mit meiner Oma in ihrem “Herrenzimmer”, heute würde man wohl Wohnzimmer sagen. Sie hatte eine Musiktruhe, die Schellackplatten spielen kann. Dieses Lied liebte sie - und auch wenn es mich jedes Mal tieftraurig macht, ich liebe es auch - und heute habe ICH diese Musiktruhe. (ebenso wie die blaue Ledercouch und den runden Glastisch)

Meine Mama sehe ich immer vor mir, wie sie bei den Weihnachtsliedern der Fischer Chöre mitsingt und dabei Plätzchen backt. Das ganze Haus bebt, Kerzen flackern vor sich hin und wenn die Fischer Chöre sich auf beiden Seiten der Schallplatte austoben durften, dann sang eben Udo Jürgens, Freddy oder auch mal Heintje Weihnachtslieder.  Dieses Gefühl, das ich damals in der Vorweihnachtszeit hatte, das wünsche ich mir auch für meine Kinder!

An meine Tante muss ich immer denken, wenn ich das Lied “Take good care of my baby” höre - sie wollte mal, dass ich es ihr in einer neuen Version runterlade - es passt zu ihr, weil sie sich immer lieb um mich gekümmert hat und es auch noch tut, obwohl ich kein Baby mehr bin ;o)

Meine Schwester ist auf ewig verbunden mit “El Lute” von Boney M - als ich klein war, standen wir gemeinsam in der Küche, das Radio schmetterte El Lute und meine Schwester sang so inbrunstig mit, als ob es um ihr Leben ginge, damals wie heute (aber vor allem damals) fand ich das ausserordentlich beeindruckend. 

In den 80 ern gab es die Gruppe “Europe”, die mit dem Lied ”The final countdown” sehr erfolgreich waren - meine Klassenkameradin Steffi war völlig vernarrt in den Sänger. Ich war etwa 13 mitten in der Pubertät und bildete mir ein, völlig erwachsen zu sein - in Wahrheit war ich altklug, hysterisch und eine fürchterliche Ziege. Ich kann mich an eine Klassenparty erinnern, die wir in einem Gemeindezentrum abhielten. Wir Mädchen hatten uns schick gemacht (damals hiess das eine Seite der Haare streng nach hinten zu ziehen, mit einem Kamm zu befestigen, die anderen Haare ins Gesicht fallen zu lassen und den Hinterkopf ordentlich zu toupieren - das ganze dann mit Haarspray fixieren.) Nun, auf dieser Party lief in Endlosschleife “The final countdown”, Steffi tanzte wie eine Besessene und soweit ich mich erinnern kann, wurde ich später zum ersten Mal zum Stehblues aufgefordert - an DAS Lied kann ich mich wiederum nicht erinnern - auch nicht an den Jungen, hm.

“There must be an angel” von den Eurythmics. Für immer das Lied unseres letzten Urlaubstages in Südfrankreich. Meine damals beste Freundin Nicole und ich mussten vor dem Bettgehen nochmal auf die Toilette. Aus der Campingplatzdisco erklang das “dadadadadadadadaaaaaadaaaaaaaaaaadaaaadaaaaaaaadaaaaaaaaaaaaaaa” von “There must be an angel” - wir waren 16, hatten Nachthemden an und je eine Rolle Klopapier in der Hand - wir stürmten noch ein letztes Mal in die Disco und tanzten, als ob es kein morgen gäbe.

 In der Grundschule war eine Klassenkameradin völlig verknallt in Nino de Angelo, der damals seinen einzigen Hit mit “Jenseits von Eden” feierte.

Meine Freundin Nina war in Morten Harket von a-ha verschossen, ich konnte sie nie verstehen, und sie war sich sicher, er würde sie eines Tages finden und mit ihr eine Familie gründen. (wie ich neulich von meiner Freundin Kira erfahren habe, war SIE eigentlich prädestiniert, mit Morten Kinder zu bekommen - Nina, Kira - irgendwas ist da wohl schief gegangen?!)

Wenn ich “Should I stay or should I go” von The Clash höre, denke ich an meine Freundin Nathalie - keine Ahnung warum - ich weiss auch nicht, warum bei “Kiss from a rose” von Seal, automatisch das Bild meiner Freundin Alexi vor meinem inneren Auge erscheint.

Niemand kann das Lied “Halt mich” von Herbert Grönemeyer so leidenschaftlich singen, wie meine liebe Freundin Claudia - ich höre das Lied nie, ohne sie dabei zu sehen.

Elsa meine Austauschschülerin hat auf unserem Klavier immer “Dreams are my reality” von Richard Sanderson, aus dem Film la Boum gespielt - werde ich nie vergessen - ich sehe sie völlig entrückt am Klavier sitzen, wenn ich das Lied höre.

Mit “Come back and stay” von Paul Young, versuchte ich rückgängig zu machen, dass ich mit einem Jungen, der mich gefragt hatte, ob ich mit ihm gehen will, eigentlich nicht gehen wollte. Er fand das eine tolle Aktion, ich versank im Boden, denn er wollte trotz toller Aktion doch nicht mehr mit mir gehen. (14 zu sein war ganzschön anstrengend)

Rick Astleys “Never gonna give you up”  und “Electrica salsa, baba baba” von OFF begleitete mich auf meinen ersten Schritten in die Freiheit des Erwachsenseins - ich durfte mit 2 Freundinnen Sonntags in der Eishalle von 18.00 - 20.00 Uhr in die Eisdisko gehen (laute Musik und dabei fahren alle im Kreis, oder stehen am Rand und gucken sich die aus, die im Kreis fahren) Ich hatte dabei neonfarbene Schnürsenkel im Haar, und meine Freundin Nicole fand jemanden toll, der eine neonrosa Elho - Jacke trug. WAHNSINN!!!

Angela, die irgendwann ihre Liebe zu den Scorpions und “Still loving you” entdeckt hat - Teenie sein, hiess auch, den Daumen immer da reinzulegen, wos richtig weh tat…

Eve, mit der ich nach bestandener Abi -Prüfung wie eine Geistesgestörte im Oxbow - Polo durch die Stadt gerast bin. Alle Fenster runtergelassen, das Radio bis zum Anschlag aufgedreht: “Nothings gonna stop us now” von Starship und jeder kopfschüttelnde Passant, der es nicht wissen wollte, wurde angebrüllt “AAAAAAAAAAAABBBBIIIIII, wir hams AAAABBBBBIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII”

Frank, der völlig ausflippte, wenn irgendwo Lieder von Marius Müller Westernhagen gespielt oder interpretiert wurden - wenn er nach einem erfolgreichen Turnier einen gewissen Pegel hatte, tanzte er dabei auf den Tischen. Der Titelsong vom Film The Bodyguard erinnert mich auch an ihn, weil ich es einmal in einer Bar für ihn gesungen habe.

Ich kann mich auch an einen Moment erinnern, in dem ich “Unbreak my heart” von Toni Braxton gehört und voller Inbrunst mitgeschmettert habe - ich war mir sicher, dies würde das corpus delicti hören und direkt zur Umkehr bewegen… (was nicht der Fall war)

Oder das Kraft- und Zuversicht spendendste Lied auf Erden “Ich dreh mich um Dich” von Herbert Grönemeyer - der mir aus den Boxen des CD - Players heraus seine Hand gereicht hat und mich wieder aufgerichtet hat - ich bin ihm da heute sehr dankbar für!

Für meinen Gatten steht ein ganzes potpourri an Liedern “For me for me formidable” von Charles Aznavour, “Halleluja” von Jeff Buckley, die Lieder der Dreigroschenoper, “Youkali” von Kurt Weill, einige Lieder von Nick Drake, den ich bewusst ohne meinen Mann nicht kennengelernt hätte und unbedingt ”Something stupid” in der Version von Robbie Williams und Nicole Kidman.

Im Moment höre ich am liebsten “Nessun dorma” aus Puccini’s Oper Turandot - besonders die Version von Pavarotti - aber auch Maria Callas’ Paradestück “Costa Diva” rühren mich derzeit bis ins Mark - keine Ahnung warum, ist aber so.

Ob es wohl auch Leute gibt, die spezielle Lieder mit MIR verbinden?  (….)